Annemarie Koeppen:
Novembergedicht
Nie klingt das Lied der Ewigkeit uns reiner als in diesen Tagen, da unsre Felder weit und breit den jungen neuen Roggen tragen
da scheu am kahl gewehten Baum sich schon die Knospen wieder runden, und Tod und Leben, Tag und Traum sich im Unendlichen gefunden.
Was sterbend sich der Erde gab, muss doch dem Leben wieder dienen. Des Todes dunkler Wanderstab muss alle Jahre wieder grünen.
Nichts, nichts vergeht, nicht ich noch du, nicht welkes Laub noch goldne Saaten. Uns trägt des Winters Ruh zu Urständ und zu neuen Taten.
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