Traudl J.:
Das Thurgauerlied – aufrecht stehend vorgesungen...
Am 14. Dezember trafen wir uns in der Gruppe zum letzten Mal im Jahr. Anschliessend gingen wir essen ins Restaurant Panorama in Arbon. Die Teller wurden gebracht, alle wunderschön anzusehen, weil sie so fantasievoll angerichtet waren. In zwei Gerichten steckte je ein Fähnchen. Die beiden lasen uns vor, was darauf stand: "Wer die erste Strophe des Thurgauerliedes auswendig (aufrecht stehend) laut vorsingen kann, bekommt den Römertopf gratis."
Nun ging's los. Die eine ist eine gute Sängerin, kannte aber das Thurgauerlied nicht. Die andere hat zwar eine wunderschöne Stimme, aber leider als Folge von Nebenwirkungen eines Medikamentes Mühe damit. Aber all das konnte uns nicht aufhalten. Eifrig versuchten wir den Text des Liedes zusammenzubekommen. Aber es wollte uns nicht so recht gelingen. Es wurden wohl viele Vorschläge gemacht, aber so ganz brachten wir es einfach nicht zusammen. Eine von uns hat dann ihren Mann angerufen und ihn gebeten, den Text zu suchen und vorzulesen. Er tat es für uns. Wir übten, und übten, und es wurde sehr viel dabei gelacht. Dann wurde der Vorschlag gemacht, dass wir den Wirt bitten sollen, dass wir alle zusammen aufstehen und singen sollten, und den Betrag dann für Leben wie zuvor spenden. Wir baten die Serviertochter, den Wirt sprechen zu dürfen. Die haben natürlich alle mitbekommen, was für ein Fest wir mit dem Thurgauerlied hatten. Sie wollte es dem Wirt ausrichten, und meinte, da komme eben der Männerchor, der werde uns helfen. Nun hatte der Wirt viel zu tun, denn der Strom der singenden Männer wollte nicht aufhören, wir wunderten uns schon, ob die hinten wieder hinausgingen und vorne wieder rein. Wir warteten, und warteten... Schliesslich erfuhren wir, dass da auch eine Chefin ist. Sie kam auch gleich an unseren Tisch, und hörte sich unseren Vorschlag an. Sie brauchte nicht lange zu überlegen und stimmte zu. Sofort standen wir alle auf, auch Edith mit ihrem gebrochenen Sprunggelenk. Mit Inbrunst gaben wir das Lied zum besten. Aus dem Augenwinkel nahm ich plötzlich wahr, dass einer nach dem anderen vom Männerchor auf tauchte und ehrfürchtig zuhörte. Höflich applaudieren sie uns dann auch. Die haben sich wirklich gefreut ?. Bald erhielten wir ein Couvert mit einer grünen Note darin. Der Chef gab uns dann auch noch die Ehre, lobte unseren Gesang und verriet uns, er hätte uns schon gehört in der Küche, aber er habe geglaubt, das wäre der Männerchor gewesen. Ich weiss, das Restaurant war recht voll, aber dass unser Gesang auf dem Weg dorthin derart abgebremst worden war, erstaunte uns doch. Wir gaben dem Wirt dann einen Prospekt von Leben wie zuvor, und er erstaunte uns nochmals mit seiner Aussage:“ Den Verein kenne ich schon, das ist im Fall eine gute Sache.“ Darauf hin gaben wir ihm auch noch ein Bulletin. Nun legen wir nochmals Fr. 50.- aus der Kasse dazu, und können unserem Verein somit Fr. 100.- überweisen.
Mit vielen guten Wünschen an alle
Die Selbsthilfegruppe Romanshorn
„Lach mit der Sonne und träum mit dem Mond, glaube ganz fest, dass das Leben sich lohnt. Öffne Dein Herz für die Schönheit der Welt, zeige dem Andern, dass er Dir gefällt.
Sing mit den Vögeln und pfeif mit dem Wind, bleibe im Herzen so froh wie ein Kind. Wunder geschehn auch in unserer Zeit, halte Dich offen und für sie bereit.
Wein mit dem Regen und schrei mit dem Wolf, Kummer und Sorgen, die geben dann auf. Schenke dem andern Dein wahres Gesicht, wage zu trotzen und schäme Dich nicht.
Tank mit den Wolken und spring mit dem Reh, dann, wirst Du sehen, verfliegt manches Weh. Lerne zu fallen und steh wieder auf, spuck auf die Schrammen und nimm sie in Kauf.
Liebe Dein Leben und lebe es heut! Dann kannst Du sagen: „Ich hab nichts bereut“! Liebe den Andern und liebe auch Dich, denke daran: Lass Dich nicht im Stich!“
Karin Schneider, zugesandt aus Deutschland von Traudl J.
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