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Papillon:

Das kleine Glück in Not

Wie aus dem Nichts war es da, strampelte um sein Leben und versuchte verzweifelt aus dem Tümpel raus zu kommen. . .
Wie ein Blitz ging mir mein Erste-Hilfe-Kurs durch den Kopf und ich fragte mich ernsthaft, wieso gerade jetzt wo ich das Gelernte endlich einmal anwenden könnte, alles vergessen schien? Angestrengt überlegte ich und stellte schnell einmal fest, dass ich da mit Mund-zu-Mund-Beatmung nichts ausrichten konnte!
Die Vorstellung war so absurd, dass ich selbst lachen musste. Ohne gross nachzudenken, gab ich dem kleinen Glück einen Schubs und half ihm so, trockenes und sicheres Terrain zu erreichen.
Ja, und nun? Es schien mir, als würden wir einen Augenblick innehalten und einfach dankbar sein, dass es uns beide noch gibt! Ich war mir dessen wohl bewusst und trug also Sorge dazu.
Was in meiner Möglichkeit stand tat ich für dieses kleine Glück, ich wollte es behalten und nicht mehr loslassen. Ich stellte aber sehr bald fest, dass mein Wissen über artgerechte Haltung von kleinen Glücks noch in den Kinderschuhen steckte. Trotzdem glaubte ich daran, und war überzeugt, dass Nahrung, Liebe und einen Ort wo man sich geborgen fühlt, wohl die grundlegendsten Dinge sind um überhaupt existieren zu können. Und dies, so nahm ich an, wird auch für kleine Glücks nicht anders sein.

Mit dieser Tatsache also stellte ich eine grosse hübsche Schale auf den Tisch, füllte sie mit grünen Blättern, kleinen Holzzweigen und frischen Apfelschnitzen. Mit grosser Vorsicht trug ich nun das kleine Glück in sein neues Zuhause, und liess es erst einmal ankommen.
Zufrieden und stolz betrachtete ich mein Werk und hoffte, dass ich auch genügend Liebe hinein getan hätte.
Allmorgendlich und als erstes begrüsste ich von nun an mein kleines Glück, pflegte und hegte es täglich mit Fürsorge und war überzeugt, dass es sich wohl fühlte bei mir. Ich hatte mich so sehr daran gewöhnt, dass es einfach für mich da war!

Doch der Morgen kam, an dem etwas anders war, ich schaute mich um, spürte eine gewisse Unsicherheit und wusste, das kleine Glück ist fort.
Alles Suchen half nichts.
Eine unendliche Traurigkeit erfüllte mich und mir wurde schlagartig bewusst, dass Glück keine Selbstverständlichkeit ist.
Doch je mehr ich darüber nachdachte, wurde mir klar, dass mich das kleine Glück nicht verlassen hatte, sondern dass es mir damit genau diese Erkenntnis geschenkt hat!


Flieg kleiner Marienkäfer, flieg -
Nun liegt es an mir,
dir auf deiner weiten Reise
viel Glück zu wünschen –
So viel hast du mir
in dieser kurzen Zeit geschenkt
ich werde es für immer bei mir tragen -



Herzlichst euer Papillon
Viel Vergnügen beim Stöbern in unserer kleinen "digitalen Bibliothek"!
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