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Olga Meier:

Der Regenbogen

Eine Geschichte von Schiralee Cooper neu erzählt von Dottore El Cidre

Vor langer Zeit begannen die Farben dieser Welt zu streiten. Jede be-hauptete von sich, sie sei die Beste, die Wichtigste, die Nützlichste oder die Beliebteste.

GRÜN SAGT: „ Natürlich bin ich die Wichtigste. Ich bin das Symbol für Leben und Hoffnung. Ich wurde auserwählt für alle Pflanzen, für das Gras , die Bäume und die Blätter. Ohne mich würde alles sterben. Schaut euch nur in der Landschaft um und ihr werdet erkennen, dass ich recht habe.“

BLAU unterbrach: „ Du denkst nur an die Erde, aber betrachte doch den Himmel und das Meer. Es ist das Wasser, das die Basis für alles Leben darstellt und aus den Tiefen des Meeres in die Wolken steigt. Der Him-mel gibt, in seiner Unendlichkeit, Raum für Frieden. Ohne Frieden wäret ihr sehr viel ärmer.“

Da erhob sich PURPUR in ihrer vollen Grösse und sprach: „ Ich bin die Farbe der Macht. Fürsten, Könige, Häuptlinge und Bischöfe haben mei-ne Farbe gewählt, weil ich das Symbol für Autorität und Weisheit bin. Niemand zweifelt an mir, man hört zu und gehorcht.“

GELB lacht in sich hinein: „ Ihr seid alle so ernst. Ich bring Lachen, Fröh-lichkeit und Wärme in die Welt. Die Sonne ist gelb, der Mond ist gelb, die Sterne sind gelb und eine Sonnenblume bringt die Welt zum Lächeln. Ohne mich gäbe es keine Freude.“

Als nächste begann ORANGE ihr Lob zu singen: „ Ich bin die Farbe der Gesundheit und der Erneuerung. Ich mag rar sei, aber kostbar, denn ich diene den Bedürfnissen menschlichen Lebens. Ich überbringe die wich-tigsten Vitamine, denkt nur an all die Früchte dieser Welt. Ich bin nicht ständig da und überall, aber wenn ich den Himmel zum Sonnenaufgang und zum Sonnenuntergang einfärbe, ist meine Schönheit so eindrucks-voll, dass niemand einen Gedanken an euch verschwenden wird.“

Schliesslich begann INDIGO viel leiser als all die anderen, aber be-stimmt: „ Denkt an mich. Ich bin die Farbe der Stille. Ihr nehmt mich kaum wahr, aber ohne mich würdet ihr alle oberflächlich sein. Ich reprä-sentiere Gedanken, Ideen, Betrachtungen, auch Zwischentöne. Ihr braucht mich für das Gleichgewicht und den Kontrast im Leben. Für den Glauben und die stillen Momente und den inneren Frieden.“

ROT konnte sich nicht länger zurückhalten und rief: „ Ich bin der Herr-scher über alles. Ich bin das Blut und das Leben. Ich bin die Farbe der Gefahr und der Tapferkeit. Ich bin das Feuer. Ich bin auch die Farbe der Leidenschaft und der Liebe, der Rose und der Mohnblume. Ohne mich wäre die Erde sehr trist, wie der Mond.“

Und so fuhren die Farben fort zu prahlen, jede von ihrer Erhabenheit überzeugt. Ihr Streit wurde immer lauter. Plötzlich war da ein heller Blitz und grollender Donner. Regen prasselte schonungslos auf sie nieder. Die Farben duckten sich voller Furcht aneinander um sich zu schützen.
Der wandte sich nun an die still gewordenen Farben uns sah dabei jede einzeln an: „ Ihr dummen Farben streitet untereinander und versucht den anderen zu übertrumpfen. Wisst ihr nicht, dass jede von euch für einen ganz bestimmten Zweck geschaffen wurde. Jede Farbe ist einzigartig auf dieser Welt und etwas ganz besonderes. Reicht euch die Hände und kommt zu mir.“

Sie taten wie ihnen geheissen. Sie kamen zusammen und reichten sich die Hände. Der Regen fuhr fort: „ Von nun an, wenn es regnet, erstreckt sich jede von euch in einem Bogen über den Himmel, um daran zu erin-nern, dass ihr alle im Frieden miteinander leben könnt. Der Regenbogen ist ein Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung.“

Freundschaft ist wie ein Regenbogen – Rot wie ein Apfel und süss bis ins innerste. Orange, wie eine brennende Flamme. Die niemals ver-löscht. Gelb wie die Sonne, die deinen Tag erhellt, Grün, wie eine Pflan-ze, die nicht aufhört zu wachsen. Blau, wie das Wasser, das so rein ist. Purpur, wie ein Blume, die erblüht und Indigo, wie die Träume, die dein Herz erfüllen.

Möget ihr Freundschaften finden, die dem Regenbogen gleichen
Das wünscht Ihnen
Olga Meier, dipl. Farbpunktur-Therapeutin nach Peter Mandel
Viel Vergnügen beim Stöbern in unserer kleinen "digitalen Bibliothek"!
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