Simone:
Gebrochen
In gedanken versunken gehe ich ziellos am ufer des altrheins entlang was ist das für ein Leben das ich da führe?
ich bemühe mich doch wirklich ich habe gekämpft habe alles durchlitten und stand doch immer noch gerade und nun dieser Schlag
nein ich kann nicht mehr wofür das alles? ich bin gebrochen das leben hat mich besiegt
ich gehe einen schmalen weg entlang den schon lange keiner mehr ging plötzlich und unerwartet stehe ich vor ihm
es war wohl ein alter baum in voller pracht er muss kraftvoll und wunderschön gewesen sein bevor der sturm ihn zerbrach er lag vor mir, ruhig und gebrochen wie ich
ich setzte mich neben ihn streichelte seine rinde und flüsterte mein freund, auch dich hat das leben am ende zerstört
ich lasse meinen blick über seine äste streifen und als die verbundenheit mit diesem freund am größten war sah ich, wie an allen totgeglaubten ästen kleine, zarte, kaum zu sehende knospen wachsen und der dem leben fast entrissene baum mit unverhohlener kraft und nicht zu beschreibender stärke um sein leben kämpft
und das leben flutete durch meinen körper und ich stand auf umarmte meinen freund und lief lächelnd und siegessicher in meine zukunft
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