Margret:
Einige Gedanken zur zurückliegenden Arbeitstagung in Brunnen
Nun liegt unsere 7. Arbeitstagung in Brunnen schon wieder einige Wochen zurück, ist zu einem Stück Vergangenheit geworden. Das heisst aber nicht, dass sie in Vergessenheit geraten ist!
Wie schön war es, herzlich in der Eingangshalle des Waldstätterhofes von den "guten Geistern" der Tagung begrüsst zu werden. Fröhliche "Hallos" wurden zugerufen, unzählige male die Frage gestellt: " Wie geht es Dir?". Ich hatte das Gefühl, wieder bei meiner "Familie" zu sein - meine zweite, aber nicht weniger wichtige Familie, als die zu Hause.
Nach dem Bezug des Zimmers und einem herrlichen Mittagsbuffet, ging es dann zum ersten mal in den klimatisierten Tagungsraum, wo wir mit Musik und lieben Begrüssungsworten empfangen wurden. Dann der erste Vortrag von Prof. Dr. Nagel. Bei mir und vielen von Euch rannte er offene Türen ein, nicht wahr? Ja! Wir sind kompetente Patientinnen, wir wollen nicht passiv sein und wir wollen Mitspracherechte haben, denn es geht um UNS! Wir von "Leben wie zuvor" sind uns dessen seit langem bewusst. Es aber so deutlich von einem Arzt bestätigt zu bekommen, war für mich faszinierend!
Der Abend stand dann zur freien Verfügung. Einige machten einen Rundgang durchs schöne Brunnen, oder hielten ein kleines Schwätzchen bei einem Kaffee oder Glas Wein, tauschten Gedanken aus und es wurde viel gelacht (auch die hoteleigene Bar wurde rege besucht und ich gestehe, auch ich gehörte zu den Besuchern).
Der folgende Tag bot interessante Vorträge über alternative Möglichkeiten zur Hormonbehandlung in der Menopause und Informationen über Osteoporose. Auch wurden vielfältige, ansprechende Workshops angeboten. Ich entschied mich zunächst für den Workshop: "Selbstvertrauen, Mut und Kraft für die Gruppenbegleiterinnen". Einiges wenige konnte dort erarbeitet werden. Ein Ersatz für die von Susi in den Vorjahren angebotenen Kurse war es jedoch nicht. Am Nachmittag ging es um die äussere Schönheit. Von den beiden Kosmetikerinnen des Bobbi Brown Studios wurden wir wunderschön geschminkt. Gerade zur rechten Zeit, um bei dem festlichen Abendessen unser strahlendes Aussehen präsentieren zu können.
Schon war der letzte Vormittag unserer Tagung da, nochmals gefüllt mit guten Informationen. Zunächst berichtete unser Ehrenmitglied Herrn Dr. Ch. Rageth über Neuigkeiten betreffend Behandlung und Diagnostik. Wieviel sich diesbezüglich doch in den letzten Jahren zum Vorteil verändert hat. Innovative neue Techniken gibt es zur Erkennung des BK. Auch die Möglichkeit, alle Abklärungen in einem kompetenten Zentrum machen zu können, erachte ich als sehr positiv für die Patientin! (Wenn ich zurückdenke, wie oft ich vor knapp 10 Jahren irgendwelchen Resultaten von Blutuntersuchungen und Röntgenbildern hintergerannt bin... Wie durch Geisterhand waren sie manchmal einfach nicht mehr auffindbar, also nochmals röntgen, nochmals den Arm hinhalten, nochmals Blut abzapfen!)
Viel Hoffnung gab mir auch der Vortrag von Herrn Klose, Diplombiologe bei der Firma Roche, der uns berichtete, wie viele Medikamente aktuell in der Forschung sind und hoffentlich auch bald zum Einsatz kommen werden. Natürlich hörten wir auch von den enormen Kosten, aber wir wissen ja alle: Das sind wird doch wert, nicht wahr?
Das letzte Referat hielt dann Frau Prof. Dr. Borisch, eine Pathologin der Universität Genf. Anschaulich erklärte sie uns die verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten. Sie versicherte uns, dass das Gewebe immer von 2 Pathologen begutachtet wird. Obwohl Frau Prof. Borisch eher selten in direktem Kontakt mit den Patienten steht, wurde mir klar, dass sie nicht nur das zu untersuchende Gewebe unter ihrem Mikroskop, sondern auch den betroffenen Menschen dahinter sieht.
Ja, und dann, nach einen guten Mittagessen, hiess es auch schon wieder Abschied nehmen. E-mail - Adressen und Telefonnummern wurden ausgetauscht, liebe Umarmungen und den Satz: "Gell, wir sehen uns bald wieder?" sah und hörte man überall.
Was bleibt ist ein herzliches, ehrliches "Dankeschön" an alle, die in irgendeiner Weise zum guten Gelingen der Tagung beigetragen haben. Es ist absolut nicht selbstverständlich, dass es immer wieder Frauen gibt, die sich für diesen Job zur Verfügung stellen. Und sollte jemand glauben, irgendetwas sei nicht perfekt gelaufen, so sage ich: „Es sind immer noch Menschen, die organisieren!“ Ich für meinen Teil habe mich in Brunnen sehr wohl gefühlt und hoffe 2005 auf ein Wiedersehen!
Ganz liebe Grüsse aus Seon Margret
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