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Hier veröffentlichen wir regelmässig neue Artikel von Fachpersonen zu medizinischen Themen, die viele an Brustkrebs erkrankte Frauen interessieren.
Meine Tätigkeit als Breas Care Nurse (November 2013)
Meine Tätigkeit als Breast Care Nurse
Vor gut zehn Monaten habe ich meine Tätigkeit in der Hirslanden Klinik Stephanshorn aufgenommen, in Ergänzung zum multidisziplinären Team des Brustzentrums. Die Krebsliga Schweiz und die schweizerische Gesellschaft für Senologie haben klar definierte Qualitätsanforderungen an ein Brustzentrum, dazu gehört auch eine spezialisierte Pflegefachfrau. Meine Berufserfahrung von verschiedenen onkologischen Stationen und on-kologischen Ambulatorien kann ich gut in meine neue Aufgabe einfliessen lassen. Eine Zusatzausbildung hat mich noch vermehrt sensibilisiert, wie breit das Spektrum an Bedürfnissen und Unterstützungsmöglichkeiten von Patientinnen mit Brustkrebs und deren Angehörigen ist.
Ich bin Ansprechspartnerin für die Frauen vor, während und auch nach dem Spitalaufenthalt. Während dem Spitalaufenthalt bin ich nebst der Pflegefachfrau und dem behandelnden Arzt direkte Bezugsperson. Die Diagnose ist für die Frau und ihr Umfeld oftmals ein riesiger Schock. In der Schweiz ist jede 9. bis 10. Frau von Brustkrebs betroffen. Durch die wöchentliche Teilnahme am Tumorboard (Fallbesprechung aller involvierten Fachpersonen zur Festlegung des optimalen Vorgehens in der Behandlung) erhalte ich wichtige Vorinformationen über zukünftige Patientinnen. Fragen an betreffende Ärzte können geklärt werden.
Viele Frauen schätzen es sehr, wenn ich Zeit für sie habe. Durch diesen Kontakt kann Vertrauen aufgebaut werden. Ich erfahre, wo und wie eine Frau lebt, arbeitet, ob praktische Probleme durch die Erkrankung entstehen. Wie geht es der betroffenen Frau physisch, psychisch? Im Gespräch steht das aktuelle physische und psychische Befinden im Vordergrund. Gemeinsam mit der erkrankten Frau beurteile ich, ob bei emotionalen Problemen Gespräche mit mir ausreichen oder ob es weiterführende professionelle Unterstützung braucht, wie beispielsweise den Sozialdienst, die Krebsliga, eine psychoonkologische Beratung. Tränen zuzulassen erlebe ich oftmals als reinigend, denn Trauer und Schmerz gehören auch dazu. Wie erlebt der Partner diese Situation? Wie ist der Umgang mit den Kindern? Als ich letzthin bei einer Patientin nach dem Miteinbeziehen der Kinder nach-fragte, meinte sie: „Meine sechsjährige Tochter half mir gestern beim Koffer-packen fürs Spital. Sie rannte los, holte mir unaufgefordert einen Büstenhalter und streckte mir ein Sockenpäärchen entgegen mit den Worten: „Die kannst du dann nach der Operation reintun!“ Ich konnte dazu nur anerkennend nicken, so berührt war ich. Oft erlebe ich, wie durch fachliche und emotionale Unterstützung viele Ängste und Unsicherheiten abgebaut werden können. Die Erkrankung bedeutet eine völlig neue Lebenssituation, die mit einer Neuorientierung einhergeht. Nebst dem Gespräch kann ich schriftliche wie mündliche Informationen ab-geben und praktische Inputs vermitteln. Auch Themen wie Narbenpflege, Lymphödemprophylaxe je nach Situation, alternative Unterstützungen, Kraft-quellen werden angesprochen und verschiedenste aktuelle Fragen können beantwortet werden - oder ich treffe individuelle Abklärungen.
Die Entscheidungsfindung beispielsweise für oder gegen einen Brustaufbau ist oft schwierig und beschäftigt betroffene Frauen sehr. Die einen wünschen Informationen, andere Gesprächspartnerinnen, teils auch über längere Zeit, oder einen Austausch mit einer Betroffenen.
Auf Wunsch begleite ich die Frau beim Kauf eines Spezialbüstenhalters oder ich organisiere ihr einen nach Wunsch ins Spital. Die Abgabe einer „Erstversorgung“ gehört je nach Situation auch dazu. Ich pflege regelmässig den Kontakt zu diesen Geschäften.
Muss eine Patientin auf die Operation warten, schätzt diese es oft, wenn ich Zeit zum Reden und auch Zuhören habe –…“ jetzt ist die Zeit aber doch schnell vorbeigegangen – höre ich oft.“
Ich darf jeder Frau auf Wunsch ein Herzkissen überreichen. Diese mit Stopfwatte gefüllten Kissen in Herzform nähen Frauen freiwillig aus Solidarität. Diese sind nebst der Herzsache auch Trostspender und können Freude bereiten. Das Kissen mit Spitz nach unten passt gut in die Achselhöhle, was sich im Sitzen, liegen oder Autofahren schmerzlindernd anwenden lässt (www.heartpillow.dk).
Ungefähr zwei Wochen nach dem Spitalaufenthalt rufe ich die Frauen nochmals an. Einige Frauen erzählen ausgiebig, wie es ihnen in letzter Zeit er-gangen ist. Ich vernehme, wenn es Komplikationen oder Wundheilungsstörungen gegeben hat. Die Frauen haben in der Zwischenzeit erfahren, ob die Operation im „Gesunden“ ist, wie sich die Krebszellen verhalten, ob eine zusätzliche Therapie nötig ist oder empfohlen wird. Es gibt beispielsweise Fragen über die Bestrahlung und deren Ablauf. Auch nach dem Spitalaufenthalt stehe ich den Frauen gerne für Fragen zur Verfügung. Ab und zu sehe ich die eine oder andere Frau bei einer Nachresektion oder der Einlage eines Port – Systems in der Klinik.
Die Frauen schätzen die ruhige Atmosphäre im kleineren Spital, den persön-lichen Kontakt zu ihrem ausgewählten Arzt und die Zeit, die die Pflegefachfrauen für sie nehmen.
Zu meinem Aufgabenbereich gehören auch interne Weiterbildungen für Pflegende zum Thema Brustkrebs sowie Öffentlichkeitsarbeit. In der Schweiz sind zur Zeit wenige Pflegefachpersonen mit der Spezialisierung BCN in dieser spezifischen Aufgabe tätig. Wir haben einen Verband für Breast Care Nurse gegründet. Diese Vernetzung ist sehr wichtig. Im Austausch können Fragen beantwortet und persönliche Erfahrungen weitergegeben werden. Als wertvollen Teil meiner Aufgabe, sehe ich auch den Kontakt zu Selbsthilfegruppen in meiner Region. Bereits zwei Gruppen durfte ich besuchen und habe festgestellt, wie unterschiedlich die Schwerpunkte der Gruppen sind.
Mich fasziniert an meiner Tätigkeit immer wieder, die Individualität von jeder Frau und ihrem Umfeld – und es ist täglich eine neue Herausforderung für mich. Ich schätze die Vielseitigkeit meiner Aufgabe – ich freue mich selber auf das neue Bulletin: Leben wie zuvor . …und lese auch gerne darin….
Rita Würmli
PD Dr. Christoph Rageth, Brustzentrum im Seefeld Zürich: Brustkrebs - Behandlung und Betreuung vor 30 Jahren - heute - morgen (Januar 2014; Bulletin Leben wie zuvor Dezember 2013/Nr. 94)
Denise Fricker - Le Marié: Unser Lymphgefässsystem und dessen Behandlung, die Lymphdrainage (Januar 2014; Bulletin Leben wie zuvor Dezember 2013/Nr. 94)
Das Ärztenetzwerk der Brustzentren (Dezember 2013; PD Dr. med. Ch. Rageth)
Meine Tätigkeit als Breas Care Nurse (November 2013)
Dr. med. Beatrix Scholl: "Vivir como antes" (Bericht aus Kuba) (Oktober 2012)
Dr. med. Christoph Rageth: 11. Senologie Update 2012 (Oktober 2012)
Margreth Burger: Ernährung (Januar 2012)
Brustverkleinerung - die Kasse muss zahlen (Juli 2011)
PD Dr.med. Christoph Rageth, Brust-Zentrum Seefeld Zürich: Die zwölfte St. Gallen Konferenz für Brustkrebs (Mai 2011; Bulletin LEBEN WIE ZUVOR Nr. 84 /Juni 2011)
PD Dr. Nicole Bürki: Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (Juli 2010)
PD Dr.med. Christoph Rageth: Brustzentren – warum? (Juli 2010)
PD Dr.med. Christoph Rageth: Brustzentren und Aerztenetzwerke - 2. Teil (Juli 2010)
Denise Le Marié: Narbenbehandlung (Juni 2008)
Agnes Schweizer: Aktivierung der Selbstheilungskräfte (März 2008)
Judith Alder: Diagnose Brustkrebs: was habe ich falsch gemacht? (März 2008)
Christoph Rageth, Brust-Zentrum: Die Lymphknoten und der Brustkrebs (aktualisiert) (Januar 2008)
Dr. med. Razvan A. Popescu: Fatigue-Syndrom (November 2007)
Germaine Neukom: Homöopathie – wirkt sie oder wirkt sie nicht? (November 2007)
Gerd Nagel: Patientenkompetenz - Oder: über die Entdeckung des Patienten im 21. Jahrhundert (November 2007)
Liselotte Dietrich: „Plötzlich ist alles ganz anders …“, „Mir geht es auch nicht gut...“ „Für mich ist auch so Vieles anders...“ (November 2007)
Prof. Alexander Kiss: Gibt es Zusammenhänge zwischen Krebs und Psyche? (Oktober 2006)
PD Dr. Ch. Rageth: Die ideale Patientin (Vortrag) (Juni 2006)
Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien: Angst bei Krebs (Juni 2001; Bulletin 44)
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Wieder neue Lebenskraft schöpfen nach einer schweren Erkrankung kann viel Zeit beanspruchen. LEBEN WIE ZUVOR möchte Sie bei diesem Prozess mit Rat und Tat begleiten. |
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