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Hier veröffentlichen wir regelmässig neue Artikel von Fachpersonen zu medizinischen Themen, die viele an Brustkrebs erkrankte Frauen interessieren.
Margreth Burger: Ernährung (Januar 2012)
Ressourcen und Defizite in Ernährung und Bewegung bei Frauen nach einer Brustkrebserkrankung und anschliessender mehrjähriger Antihormontherapie
Margreth Burger
Mit der Abschlussarbeit für die 4 jährigen Diplomausbildung zur Ernährungs-Psychologischen Beratung am IKP in Zürich untersuchte ich das Ess- und Bewegungsverhalten bei Frauen vor und nach einer Brustkrebserkrankung mit einem hormonpositiven Tumor und anschliessender mehrjähriger Hormontherapie mit dem Ziel, Ressourcen und Defizite aufzuspüren, die für die Krankheitsbewältigung nützlich sind resp. bremsend wirken. Ich habe an der Generalversammlung unseres Vereins in Olten den Frage-bogen vorgestellt und konnte viele Frauen motivieren mitzumachen. Insgesamt konnte ich 40 Fragebögen auswerten. An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich bei allen, die sich die Zeit genommen haben den Fragebogen auszufüllen.
Die Resultate zeigen einerseits eine recht grosse Ressourcennutzung, andererseits wurden verschiedene Defizite sichtbar, die etwa bei einem Viertel (je nach Defizit mehr oder weniger) der Befragten zu Einschränkungen der Lebensqualität führen können. In folgendem Teil werde ich auf Defizite eingehen und mögliche Lösungsansätze vorstellen.
Defizite Müdigkeit, Energiemangel und Appetitlosigkeit Diese Defizite können in einen Zusammenhang mit der Gewichtsabnahme (7 Frauen haben zwischen 3 und 11 kg abgenommen) gestellt werden und betreffen etwa 10-15% der befragten Frauen. Der verminderte Eiweiß-Konsum und die relativ hohen Nennungen bei Gelenk-, Knochen- und Muskelschmerzen (je nach Medikament zwischen 10% bis knapp 50% der Frauen) bergen zusätzlich die Gefahr einer Mangelernährung. Die Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen schwächt die körpereigene Abwehr und neben Körperfett kann auch Muskulatur abgebaut werden und zu einem reduzierten und geschwächten Allgemeinzustand führen. Diese Defizite zei-gen, dass knapp ein Viertel der Frauen die Möglichkeit der Ernährungsressourcen zu wenig oder gar nicht nutzen kann. Diese Defizite können auch zu einer sozialen Isolation führen, die für drei Frauen voll und ganz und für zwei Frauen ziemlich zutrifft.
Defizite Schmerzen und Bewegungseinschränkung In der Umfrage gibt beinahe die Hälfte der Frauen Schmerzen mit Bewegungseinschränkung, morgendliche Steifheit und Anlaufschwierigkeiten an. Trotzdem werden die Bewegungsressourcen von drei Vierteln der Frauen genutzt. Besondere Aufmerksamkeit und Beratung benötigen doch einige Frauen, die wegen Schmerzen Bewegungseinschränkung und zunehmende Immobilität erleben. Ernährung als Beitrag zur möglichen Schmerzreduktion Die Auswertung zeigt, dass etwa die Hälfte der Frauen recht gut mit der Omega-3 Fettsäure versorgt ist (Fischkonsum und Rapsöl). Knapp die andere Hälfte ernährt sich eher Omega-6-lastig durch den Konsum von tierische Lebensmittel wie fettes Fleisch, Innereien, Würste, Eier und fette Milchprodukte sowie die Omega-6-reichen Sonnenblumen-, Distel- und Maiskeimöle. Diese Nahrungsmittel enthalten Arachidonsäure, die Entzündungen im Körper fördern kann. Da Gelenk-, Muskel- und Knochenschmerzen immer mit Entzündungen begleitet sind, gilt es die genannten Nahrungsmittel zu reduzieren und eine Omega-3-reiche Ernährung anzustreben. Diese Massnahmen entsprechen einer Ressourcennutzung zur möglichen Schmerzreduktion und helfen gleichzeitig bei der Gewichtsreduktion.
Reduktion von Körpergewicht Der Eintritt in die Menopause oder bereits bestehende Menopause, die durch die Medikamente noch verstärkt wird sowie Gelenk-, Muskel- und Knochenschmerzen mit der daraus resultierenden Bewegungseinschränkung können bei normalem oder gesteigertem Appetit eine Gewichtszunahme begünstigen. 27 Frauen möchten nach der Erkrankung Gewicht abnehmen, wobei nur 16 Frauen einen BMI unter 25 aufweisen. Das heisst auch Frauen mit einer moderater Gewichtszunahme und BMI Werte im Normbereich äussern den Wunsch, zugelegte Kilos wieder abzunehmen. Die Gewichtszunahme kann in Zusammenhang mit 18 Frauen stehen, die sich als Schnellesserinnen bezeichnen. Dies wird unterstrichen durch die 10%-ige Zunahme des Gefühls „sich nach einer Mahlzeit müde fühlen oder ein unangenehmes Völlegefühl zu spüren“ und der gleichzeitig Abnahme des Gefühls „nach einer Mahlzeit entspannt, gesättigt und zufrieden zu sein“. Zur Reduktion von Körpergewicht gelten die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und die Empfehlungen zur körperlichen Aktivität. Zusätzlich ist eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Essverhalten (Essgründe, Hunger-Sättigung) sinnvoll.
Konsum von Gemüse und Früchten Sekundäre Pflanzenstoffe weisen viele verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen auf wie zum Beispiel die oben besprochene entzündungshemmende Wirkung der ?-3-Fettsäure. Weiter bietet Pflanzennahrung eine Vielfalt von sekundären Pflanzenstoffen mit antikanzerogener Wirkung, die eine Schlüsselrolle bei der Prävention von Krebs einnehmen. Die Onkologen Prof. Dr. med. Béliveau und Dr. med. Gingras schreiben in ihrem Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ auf Seite 75: Obst und Gemüse sind nicht nur Lieferanten von Vitaminen und Mineralstoffen, sie enthalten auch mehrere tausend sekundäre Pflanzenstoffe, die eine Schlüsselrolle bei der Erhaltung der Pflanzengesundheit spielen. Diese sekundären Pflanzenstoffe besitzen hochwirksame Krebshemmende Eigenschaften, die in die Prozesse eingreifen, welche an der Entwicklung von Krebs beteiligt sind. Eine Ernährung, die auf der konstanten Zufuhr von Nahrungsmittel mit hohem Anteil dieser Inhaltstoffe basiert, stellt derzeit unsere beste Waffe zur Vorbeugung von Krebs dar.
Die Autoren haben Studien zusammengetragen und stellen in ihrem Buch die Wirkung der Krebshemmenden Nahrungsmitteln wie Kohl, Knoblauch, Zwiebeln, Soja, Kurkuma, grünem Tee, Beeren, Omega-3 Fettsäure, Tomate, Zitrusfrüchte, Rotwein und Schokolade vor. Sie haben noch ein ergänzendes Kochbuch zu „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ herausgegeben und be-schreiben darin zusätzlich die antikanzerogene Wirkungsweise von Meeresalgen, Pilzen, Leinsamen, Gewürzen, Kräutern und Probiotica (z.B. Milchsäurebakterien).
Mit der Auswertung der Resultate haben sich sechs Empfehlungs-Schwerpunkte herauskristallisiert: • die Modifikation der gesättigten Fettsäuren und ?-6-Fettsäure zu Gunsten der Omega- 3-Fettsäure • den wertvollen Beitrag der pflanzlichen Nahrungsmittel bekannt machen und gleichzeitig die Freude am Essen fördern • Calciumreiche Ernährung, Bewegung und Sonne zur Osteoporose-Prophylaxe • Defizite Müdigkeit, Energiemangel, Appetitlosigkeit und mögliche Mangelernährung erfassen und mit Klient Lösungen suchen • Ernährung und Motivationsförderung für Bewegung bei Gelenk-, Muskel- und Knochenschmerzen • Gewichtsprobleme wie Unter- und Übergewicht mit Ernährungs-Psychologischem Ansatz beraten
Mit diesen Resultaten möchte ich alle betroffenen Frauen ermutigen die Ressourcen der gesunden Ernährung und Bewegung weiterhin für die Stärkung ihrer Gesundheit und Lebensqualität zu nutzen.
Die gesamte Zusammenfassung und folgende Merkblätter zu den Empfehlungen können bei mir bezogen werden: - Empfehlungen bei Müdigkeit, Energiemangel und Appetitlosigkeit - Empfehlungen zu Bewegung bei Schmerzen und Bewegungs-Einschränkung - Ernährungsempfehlungen als Beitrag zur möglichen Schmerzreduktion - Empfehlungen kalziumreiche Nahrungsmittel
PD Dr. Christoph Rageth, Brustzentrum im Seefeld Zürich: Brustkrebs - Behandlung und Betreuung vor 30 Jahren - heute - morgen (Januar 2014; Bulletin Leben wie zuvor Dezember 2013/Nr. 94)
Denise Fricker - Le Marié: Unser Lymphgefässsystem und dessen Behandlung, die Lymphdrainage (Januar 2014; Bulletin Leben wie zuvor Dezember 2013/Nr. 94)
Das Ärztenetzwerk der Brustzentren (Dezember 2013; PD Dr. med. Ch. Rageth)
Meine Tätigkeit als Breas Care Nurse (November 2013)
Dr. med. Beatrix Scholl: "Vivir como antes" (Bericht aus Kuba) (Oktober 2012)
Dr. med. Christoph Rageth: 11. Senologie Update 2012 (Oktober 2012)
Margreth Burger: Ernährung (Januar 2012)
Brustverkleinerung - die Kasse muss zahlen (Juli 2011)
PD Dr.med. Christoph Rageth, Brust-Zentrum Seefeld Zürich: Die zwölfte St. Gallen Konferenz für Brustkrebs (Mai 2011; Bulletin LEBEN WIE ZUVOR Nr. 84 /Juni 2011)
PD Dr. Nicole Bürki: Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (Juli 2010)
PD Dr.med. Christoph Rageth: Brustzentren – warum? (Juli 2010)
PD Dr.med. Christoph Rageth: Brustzentren und Aerztenetzwerke - 2. Teil (Juli 2010)
Denise Le Marié: Narbenbehandlung (Juni 2008)
Agnes Schweizer: Aktivierung der Selbstheilungskräfte (März 2008)
Judith Alder: Diagnose Brustkrebs: was habe ich falsch gemacht? (März 2008)
Christoph Rageth, Brust-Zentrum: Die Lymphknoten und der Brustkrebs (aktualisiert) (Januar 2008)
Dr. med. Razvan A. Popescu: Fatigue-Syndrom (November 2007)
Germaine Neukom: Homöopathie – wirkt sie oder wirkt sie nicht? (November 2007)
Gerd Nagel: Patientenkompetenz - Oder: über die Entdeckung des Patienten im 21. Jahrhundert (November 2007)
Liselotte Dietrich: „Plötzlich ist alles ganz anders …“, „Mir geht es auch nicht gut...“ „Für mich ist auch so Vieles anders...“ (November 2007)
Prof. Alexander Kiss: Gibt es Zusammenhänge zwischen Krebs und Psyche? (Oktober 2006)
PD Dr. Ch. Rageth: Die ideale Patientin (Vortrag) (Juni 2006)
Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien: Angst bei Krebs (Juni 2001; Bulletin 44)
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Wieder neue Lebenskraft schöpfen nach einer schweren Erkrankung kann viel Zeit beanspruchen. LEBEN WIE ZUVOR möchte Sie bei diesem Prozess mit Rat und Tat begleiten. |
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