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Hier veröffentlichen wir regelmässig neue Artikel von Fachpersonen zu medizinischen Themen, die viele an Brustkrebs erkrankte Frauen interessieren.



Dr. med. Felix Jungi, Kantonsarzt St. Gallen und Onkologe und PD Dr. med. B. Thürlimann, St. Gallen:
Osteoporose (Juni 2001; Bulletin 44)


Der Mineralgehalt des Knochens nimmt im Laufe der Kindheit zu und erreicht seinen Höhepunkt im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Anschliessend nimmt der Mineralgehalt langsam ab. Die Abnahme verstärkt sich natürlicherweise mit dem Eintreten der Menopause. Diesem verstärkten Abfall in der Menopause kann meist erfolgreich mit einer Hormon-Ersatztherapie begegnet werden.
Wenn sich der Mineralgehalt vermindert, sprechen wir von Osteopenie.

Unter Osteoporose verstehen wir einen verminderten Mineralgehalt unterhalb einer kritischen Grenze, was sich im Röntgen feststellbarer verminderter Knochendichte und klinisch mit erhöhter Brüchigkeit, vor allem im sogenannten Stammskelett auswirkt. Frauen sind bis zur Abänderung (Menopause) durch ihre eigenen Östrogene vor Osteoporose geschützt, nachher (in der sogenannten Postmenopause) nimmt die Knochendichte zunehmend ab und ist dafür verantwortlich, dass vor allem alte Frauen häufig Knochenbrüche erleiden, z.B. Schenkelhalsbrüche bei Sturz oder Wirbeleinbrüche auch ohne äusseren Anlass. Weitere Risikofaktoren sind: Familienangehörige mit Osteoporose, Rauchen, ungenügende körperliche Belastung. Häufig ist auch die Kalziumzufuhr ungenügend. Eine durchschnittliche Schweizer Frau nimmt in der Menopause etwa 800 mg statt etwa 1500 mg Kalzium täglich zu sich. Der Osteoporose kann durch die Vermeidung von Rauchen und mit vermehrter körperlicher Bewegung vorgebeugt werden. Weitere Vorbeugungsmassnahmen können ergriffen werden:

Einerseits durch regelmässige ausreichende Zufuhr von Kalzium (mindestens 1,5 Gramm täglich), am besten durch Milch und Milchprodukte, andererseits durch regelmässige körperliche Aktivität. Eine wichtige Rolle spielt auch das Vitamin D, das bei Sonnenbestrahlung im Körper selbst hergestellt wird. Bei ausgeprägter Osteoporose, die durch entsprechende Röntgenuntersuchungen bewiesen ist, sind Östrogene oder andere Medikamente (z.B. sogenannte Bisphosphonate, wie Fosamax) angebracht.

Östrogene können sich bei einer Frau, die wegen Brustkrebs operiert werden musste, möglicherweise verhängnisvoll auswirken, indem sie eventuell noch vorhandene Tumorzellen zum Wachstum anregen. Ob und bei welcher Ausgangslage dies tatsächlich gefährlich ist, ist allerdings nie sicher bewiesen worden. Aus Vorsicht werden Östrogene bei brustoperierten Frauen aber kaum eingesetzt oder erst nach längerer Rückfallsfreiheit. Unter zytostatischer Behandlung (Chemotherapie), seltener auch unter hormoneller Therapie, tritt bei jüngeren Frauen häufig eine vorzeitige Abänderung mit Ausfall der Eierstöcke ein. Damit wird das Risiko einer frühen und schweren Osteoporose höher. Im Fall der Fragestellerin, die nach ihrer Operation vier Jahre lang Antiöstrogene eingenommen hat und der anschliessend beide Eierstöcke entfernt werden mussten, ist diese Gefahr sicher als hoch einzustufen. Das Antiöstrogen Tamoxifen (unter verschiedenen Markennamen erhältlich) fördert allerdings die Osteoporose nicht, im Gegenteil hilft es, sie zu verhüten. Noch besser wirkt sein naher Verwandter Raloxifen, das aber in der Schweiz noch nicht erhältlich ist. Ich würde der Fragestellerin in erster Linie eine ausreichende tägliche Kalziumzufuhr (wie erwähnt vor allem mit Milch und Milchprodukten) und regelmässige körperliche Aktivität empfehlen. Tamoxifen kommt offenbar für die Patientin nicht mehr in Frage, obwohl es objektiv jetzt nach der durchgeführten Entfernung der Gebärmutter keinen objektiven Grund gibt, Tamoxifen nicht weiter für insgesamt 5 Jahre einzunehmen. Falls Raloxifen in absehbarer Zeit nicht erhältlich sein wird, würde ich ihr empfehlen, mit ihrem Frauenarzt / Onkologen gelegentlich die weiteren Massnahmen zu besprechen. Falls eine deutlich verminderte Knochen-Mineralreserve (Osteopenie) vorliegt, sollte zusätzlich zur Vermeidung der Risikofaktoren und zur genügenden Kalzium-Zufuhr (allenfalls auch mit Kalzium-tablette) Vitamin D-3 hinzugefügt werden, um das vorhandene Kalzium auch in den Knochen einzubauen. Dies kann in Tropfenform oder auch als Kombinations-Präparat (Kalzium/Vitamin D-3) erfolgen. Nach 1 bis 2 Jahren sollte erneut die Knochendichte gemessen werden. Falls der Mineralgehalt eindeutig weiter absinkt, ist auch eine Behandlung mit Bisphosphonaten in Erwägung zu ziehen. Das in der Schweiz zugelassene und bei dokumentierter Osteoporose kassenpflichtige Medikament Fosamax (Alendronat) wird allerdings nicht von allen Patientinnen gut vertragen und braucht entsprechende Vorsichtsmassnahmen. Knochendichtemessungen sind leider bei Frauen ohne bewiesene Diagnose der Osteoporose nicht krankenkassenpflichtig. Ebenso ist Fosamax zur Prophylaxe der Osteoporose nicht kassenpflichtig. Seit April 2001 ist auch das Präparat Actonel (Risedronat) zur Prävention und Behandlung in der Schweiz zugelassen. Falls sie, wie ich hoffe, längere Zeit rückfallsfrei bleibt und in ihrem Brustkrebs keine oder nur wenige Östrogenrezeptoren nachgewiesen wurden, könnte man später auch die Vorteile und Risiken einer niedrig dosierten Östrogenzufuhr diskutieren.



PD Dr. Nicole Bürki:
Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (Juli 2010)


PD Dr.med. Christoph Rageth:
Brustzentren – warum? (Juli 2010)


PD Dr.med. Christoph Rageth:
Brustzentren und Aerztenetzwerke - 2. Teil (Juli 2010)


lic. phil. I Verena Riedo:
Therapiebedarf in der Onkologie - Eine Studie der Lukas Klinik Arlesheim (Juli 2010)


Prof. Dr.med. Beat Thürlimann:
BRUSTKREBSTHERAPIE: EIN NEUES ZEITALTER HAT BEGONNEN (Juni 2008)


Denise Le Marié:
Narbenbehandlung (Juni 2008)


Germaine Neukom:
Unsere Sinne im Alter (neues Kapitel!) (Juni 2008; Bulletin Leben wie zuvor Nr. 69 - Nr. 72)


Agnes Schweizer:
Aktivierung der Selbstheilungskräfte (März 2008)


Judith Alder:
Diagnose Brustkrebs: was habe ich falsch gemacht? (März 2008)


Christoph Rageth, Brust-Zentrum:
Die Lymphknoten und der Brustkrebs (aktualisiert) (Januar 2008)


Dr. med. Razvan A. Popescu:
Fatigue-Syndrom (November 2007)


Germaine Neukom:
Homöopathie – wirkt sie oder wirkt sie nicht? (November 2007)


Gerd Nagel:
Patientenkompetenz - Oder: über die Entdeckung des Patienten im 21. Jahrhundert (November 2007)


Liselotte Dietrich:
„Plötzlich ist alles ganz anders …“, „Mir geht es auch nicht gut...“ „Für mich ist auch so Vieles anders...“ (November 2007)


Martina Frei:
Wenn der Krebsspezialist selbst Krebs hat (Juni 2007; Tages-Anzeiger)


Onkologie Special (Brustkrebs) (April 2007; Medical Tribune)

Prof. Dr. Beat Thürlimann:
Aromatasehemmer in der modernen Brustkrebstherapie (November 2006)


Dr. med. Roger von Moos:
Behandlung von Knochenschmerzen bei Knochenmetastasen (November 2006)


Prof. Alexander Kiss:
Gibt es Zusammenhänge zwischen Krebs und Psyche? (Oktober 2006)


Prof. Dr. Ch. Rochlitz:
Was ist HER2? (Juni 2006)


Besuch im Brust-Zentrum (Juni 2006)

PD Dr. Ch. Rageth:
Die ideale Patientin (Vortrag) (Juni 2006)


Frau Univ. Dozent Dr. Cerni:
Die Krebserkrankung aus der Sicht der Medizin und Forschung (Bulletins 1990-1993) (Juni 2006)


Prof. Dr. med. Gerd Nagel:
Patientenkompetenz (Februar 2006)


Christoph Rageth, Brust-Zentrum, Zürich:
Rückblick Senologie Update 2005 (Mai 2005)


Dr. med. Beatrix Scholl, Chirurgin:
"Vivir como antes" - Leben wie zuvor
Bericht aus Kuba von Dr. med. Beatrix Scholl, Chirurgin (Februar 2005)


Eckard Klose, Roche:
Lieber Besuch bei Roche - Workshop mit Gruppenleiterinnen von LEBEN WIE ZUVOR (Februar 2005)


Ingrid Menz, Vorstandsmitglied:
Bericht von der Jahrestagung der Österreichischen und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie vom 23.-25.9.2005 in Basel (Dezember 2004)


Ingrid Menz, Vorstandsmitglied:
„Leben mit Brustkrebs – Spätkomplikationen“ (Dezember 2004; Kurzbericht vom Lunchsymposium am 3.9.2004)


Risiko-Einschätzung und Vorsorge-Beratung für Angehörige von Krebskranken am Zentrum für Tumordiagnostik und Prävention in St. Gallen (Juni 2004)

Christoph Rageth, Brust-Zentrum:
Überlegungen zur Qualitätsoptimierung in der Betreuung von Brustpatientinnen? (Juni 2004)


Reinhold Hönle:
Interview mit Anastacia: «Meine Weiblichkeit ist nicht zerstört» (März 2004; Berner Zeitung)


Eliane Sarasin Ricklin, Brust-Zentrum, Zürich:
Alternative Behandlungsmöglichkeiten der hormonellen Ausfallserscheinungen (Dezember 2002)


Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien:
KÖNNEN SIE SICH NOCH ERINNERN? (September 2002; Bulletin 49)


Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien:
Über Tulpen, den Frühling und welke Blätter (Juni 2002)


PD Dr. med. Christoph Rageth, Brustzentrum Zürich:
Neue Meldungen aus der Forschung (Dezember 2001; Bulletin 46)


Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien:
Angst bei Krebs (Juni 2001; Bulletin 44)


Dr. med. Felix Jungi, Kantonsarzt St. Gallen und Onkologe und PD Dr. med. B. Thürlimann, St. Gallen:
Osteoporose (Juni 2001; Bulletin 44)


Prof. Dr. med. Richard Herrmann, Leiter der Abteilung Onkologie am Kantonsspital Basel:
Die Nadelgespenster (März 2001; Bulletin 43)


Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien:
Müde? (Dezember 2000; Bulletin 42)
Wieder neue Lebenskraft schöpfen nach einer schweren Erkrankung kann viel Zeit beanspruchen. LEBEN WIE ZUVOR möchte Sie bei diesem Prozess mit Rat und Tat begleiten.
:)