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Hier veröffentlichen wir regelmässig neue Artikel von Fachpersonen zu medizinischen Themen, die viele an Brustkrebs erkrankte Frauen interessieren.



Ingrid Menz, Vorstandsmitglied:
Bericht von der Jahrestagung der Österreichischen und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie vom 23.-25.9.2005 in Basel (Dezember 2004)


Das Mammakarzinom - eine interdisziplinäre Herausforderung

Zum ersten Mal war der dreitägige Ärztekongress auch für Mitglieder von "Leben wie zuvor" zugänglich. Ein Bericht vom gesamten Kongress wäre zu umfangreich, daher möchte ich punktuell über Themen berichten, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.
Frau Prof. Wagner aus Wien berichtete über den Stand der Erfassung von Frauen mit einem hohen Brustkrebs-Erkrankungsrisiko. In Österreich haben Frauen und Männer aus Risikofamilien seit 1994 die Möglichkeit zu genetischer Beratung. Mutationen in den Brustkrebsgenen BRCA 1 und 2 erhöhen bei Frauen das Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken dramatisch. Männer können auch Träger einer BRCA-Mutation sein und diese vererben.
Inzwischen sind 1045 Risikofamilien in Österreich erfasst. Von grosser Bedeutung vor einem Gentest ist die interdisziplinäre Beratung unter Berücksichtigung der psychosozialen Belastung und möglichen Schuldgefühlen.
Im Unterschied zur Schweiz gibt es im Nachbarland seit 1969 ein zentrales Krebsregister, was hierzulande durch die Kantonshoheit im Gesundheitswesen offenbar verhindert wird. Bei uns gibt es neun kantonale Krebsregister.


Neue Entwicklungen und Kontroversen in der adjuvanten Therapie

Die routinemässige Behandlung mit Aromatasehemmern in der adjuvanten Therapie soll wegen des günstigeren Wirkungs- und Nebenwirkungsprofils das Standardpräparat Tamoxifen verdrängen. Prof. Seifert aus Wien plädierte für den Einsatz dieser Medikamente, Dr. Thürlimann aus St. Gallen hingegen vertrat die Meinung, dass sich aus den bisherigen Studien kein so positives Ergebnis ablesen lässt. Dazu fehlen Langzeit-Daten. Zudem traten unter der Behandlung mit Aromatasehemmern signifikant mehr Knochenbrüche und Osteoporose auf. Prof. Gnant, Wien, der als Schiedsrichter fungierte, sprach sich für eine längere Beobachtungszeit aus, für die Abklärung des Kosten-Nutzeneffekts und für die Beurteilung jedes einzelnen Falls.
Die Abstimmung im Auditorium vor den Referaten ergab 55% Befürworter zu 45% Gegnern des routinemässigen Einsatzes, beim zweiten Votum nach den Vorträgen kam es zu einer bemerkenswerten Verschiebung, die sich in 60% Ablehnung und 40% Zustimmung äusserte.


Verbesserte Behandlungsstrategien bei Brustkrebs

Bei diesem Thema möchte ich auf die Rolle der Bisphosphonate zu sprechen kommen, die in der Behandlung von tumorbedingter Knochenzerstörung eine wichtige Rolle spielen. Inzwischen ist mit Ibandronat (Bondronat®) ein Bisphosphonat der dritten Generation auf dem Markt, das sich gegenüber den früheren Varianten, die zu Magen-Darmbeschwerden und Nierenschäden führen können, durch sehr gute Verträglichkeit auszeichnet. Das Präparat ist seit 1996, in der Schweiz seit Ende 1998 zur Behandlung tumorbedingter Hyperkalzämie zugelassen. Im Oktober 2003 erfolgte die Bewilligung in der EU für Bondronat i.v. und oral für die tumorbedingte Knochenzerstörung. Seit 1. Oktober 2004 ist es in oraler Form in der Schweiz zugelassen. Neben der positiven Wirkung auf Knochenbrüche und Knochenschmerzen haben die Studien ergeben, dass Bondronat auch adjuvant in der postoperativen Phase zur Prävention von Knochenmetastasen wirksam ist. Leider ist diese Indikation noch nicht genehmigt. Prof. Diel aus Mannheim ist der Meinung, dass den Patientinnen diese effektive Therapie nicht vorenthalten werden darf und verordnet sie deshalb im off-label Verfahren, das bedeutet ausserhalb des zugelassenen Anwendungsgebiets. Er wurde 2003 von "mamazone", einer Initiative von Frauen und Forschung gegen Brustkrebs in Deutschland, für seine Pionierleistungen bei der Vorbeugung von Knochenmetastasen durch Bisphosphonate ausgezeichnet.
Insgesamt war diese Tagung sehr informativ und lehrreich. In den Vorträgen der Referenten kam als Nebeneffekt zum Ausdruck, dass es in den drei deutschsprachigen Ländern Unterschiede in Behandlung und im Umgang mit Patientinnen gibt. Gerade im Bereich Onkologie habe ich nach dem Besuch von zwei Tagungen den Eindruck gewonnen, dass die Patientinnen in Deutschland selbstverständlicher in die Entscheidungsprozesse nach einer Krebsdiagnose eingebunden werden als in der Schweiz.
Als problematisch betrachte ich die enge Verknüpfung von Pharma-industrie und Ärzten bei Klinischen Studien, die dazu führen kann, dass Interessenkonflikte entstehen. Nach einigen Negativschlagzeilen über Pharmafirmen, die aus ökonomischen Interessen negative Ergebnisse nicht publiziert haben, zum Nachteil der Patienten (man denke an Vioxx der Firma Merck), und Ärzten, die Studienprotokolle fälschen, um sich aus blindem Ehrgeiz zu profilieren, ohne an die Konsequenzen ihres unverantwortlichen Verhaltens zu denken, scheint mir eine strengere Überwachung notwendig zu sein. Eine weitere Schwierigkeit sehe ich in randomisierten Doppelblindstudien, bei denen eine Patientengruppe ein zu prüfendes Medikament erhält, die andere hingegen ein Placebo. Gerade bei Krebspatienten scheint mir diese Art von Studie ethisch unvertretbar. Pharmafirmen sind Wirtschaftsunternehmen, die in erster Linie an hohen Gewinnmargen interessiert sind und nicht aus philanthropischen oder altruistischen Motiven handeln. Oft stellt sich bei neu zugelassenen Medikamenten, die wegen ihrer besonderen Wirksamkeit hochgelobt werden, erst nach vielen Jahren heraus, dass sie verheerende Nebenwirkungen haben. Ich denke, die Prüfzeit für Studien sollte aus Sicherheitsgründen eher verlängert werden und die Kontrollen müssen verbessert werden.

Ingrid Menz, Vorstandsmitglied


Dazu noch ein Auszug aus einem Dankesbrief

"…. so bin ich ausserordentlich dankbar dass wir an diesem Kongress teilnehmen durften. Es waren drei lange und intensive Tage und der Kopf hat mir gebrummt. Doch habe ich viel gelernt und Vieles besser verstanden als bisher.
Froh bin ich, gehört zu haben, wie sehr sich die Mediziner bemühen, uns die bestmögliche Behandlung anzugedeihen. Froh bin ich über die Fortschritte, die uns Novartis und Roche vorgestellt hat. Ein bisschen viele Zahlentabellen waren es, alles konnte ich nicht speichern! Aber ich habe verstanden dass es in Zukunft mehr und neue Medikamente auf dem Markt geben wird, die unser Leben nach Brustkrebs verlängern können. Und die nicht allzu viele Nebenwirkungen haben. Leider hat keiner berichtet, dass bald einmal ein Mittel gegen Krebs herauskommt.
Ganz toll fand ich den Besuch bei der Roche. Und den Nachmittag mit den Ärzten, als wir alle unsere vielen Fragen loswerden konnten.
Etwas hat mich traurig gemacht: als der "psychologische Teil" angesagt war, leerte sich der Saal ziemlich. Gerade diese Vorträge wären auch für die Ärzte wichtig gewesen. Der Mensch besteht ja aus Körper und Seele.
Jetzt kommt mir gerade in den Sinn, dass ich am letzten Vormittag auch zwei Vorträge geschwänzt und mir Basel angeschaut habe.
Danke für die Organisation und dass ich teilnehmen durfte
Ruth"



PD Dr. Nicole Bürki:
Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (Juli 2010)


PD Dr.med. Christoph Rageth:
Brustzentren – warum? (Juli 2010)


PD Dr.med. Christoph Rageth:
Brustzentren und Aerztenetzwerke - 2. Teil (Juli 2010)


lic. phil. I Verena Riedo:
Therapiebedarf in der Onkologie - Eine Studie der Lukas Klinik Arlesheim (Juli 2010)


Prof. Dr.med. Beat Thürlimann:
BRUSTKREBSTHERAPIE: EIN NEUES ZEITALTER HAT BEGONNEN (Juni 2008)


Denise Le Marié:
Narbenbehandlung (Juni 2008)


Germaine Neukom:
Unsere Sinne im Alter (neues Kapitel!) (Juni 2008; Bulletin Leben wie zuvor Nr. 69 - Nr. 72)


Agnes Schweizer:
Aktivierung der Selbstheilungskräfte (März 2008)


Judith Alder:
Diagnose Brustkrebs: was habe ich falsch gemacht? (März 2008)


Christoph Rageth, Brust-Zentrum:
Die Lymphknoten und der Brustkrebs (aktualisiert) (Januar 2008)


Dr. med. Razvan A. Popescu:
Fatigue-Syndrom (November 2007)


Germaine Neukom:
Homöopathie – wirkt sie oder wirkt sie nicht? (November 2007)


Gerd Nagel:
Patientenkompetenz - Oder: über die Entdeckung des Patienten im 21. Jahrhundert (November 2007)


Liselotte Dietrich:
„Plötzlich ist alles ganz anders …“, „Mir geht es auch nicht gut...“ „Für mich ist auch so Vieles anders...“ (November 2007)


Martina Frei:
Wenn der Krebsspezialist selbst Krebs hat (Juni 2007; Tages-Anzeiger)


Onkologie Special (Brustkrebs) (April 2007; Medical Tribune)

Prof. Dr. Beat Thürlimann:
Aromatasehemmer in der modernen Brustkrebstherapie (November 2006)


Dr. med. Roger von Moos:
Behandlung von Knochenschmerzen bei Knochenmetastasen (November 2006)


Prof. Alexander Kiss:
Gibt es Zusammenhänge zwischen Krebs und Psyche? (Oktober 2006)


Prof. Dr. Ch. Rochlitz:
Was ist HER2? (Juni 2006)


Besuch im Brust-Zentrum (Juni 2006)

PD Dr. Ch. Rageth:
Die ideale Patientin (Vortrag) (Juni 2006)


Frau Univ. Dozent Dr. Cerni:
Die Krebserkrankung aus der Sicht der Medizin und Forschung (Bulletins 1990-1993) (Juni 2006)


Prof. Dr. med. Gerd Nagel:
Patientenkompetenz (Februar 2006)


Christoph Rageth, Brust-Zentrum, Zürich:
Rückblick Senologie Update 2005 (Mai 2005)


Dr. med. Beatrix Scholl, Chirurgin:
"Vivir como antes" - Leben wie zuvor
Bericht aus Kuba von Dr. med. Beatrix Scholl, Chirurgin (Februar 2005)


Eckard Klose, Roche:
Lieber Besuch bei Roche - Workshop mit Gruppenleiterinnen von LEBEN WIE ZUVOR (Februar 2005)


Ingrid Menz, Vorstandsmitglied:
Bericht von der Jahrestagung der Österreichischen und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie vom 23.-25.9.2005 in Basel (Dezember 2004)


Ingrid Menz, Vorstandsmitglied:
„Leben mit Brustkrebs – Spätkomplikationen“ (Dezember 2004; Kurzbericht vom Lunchsymposium am 3.9.2004)


Risiko-Einschätzung und Vorsorge-Beratung für Angehörige von Krebskranken am Zentrum für Tumordiagnostik und Prävention in St. Gallen (Juni 2004)

Christoph Rageth, Brust-Zentrum:
Überlegungen zur Qualitätsoptimierung in der Betreuung von Brustpatientinnen? (Juni 2004)


Reinhold Hönle:
Interview mit Anastacia: «Meine Weiblichkeit ist nicht zerstört» (März 2004; Berner Zeitung)


Eliane Sarasin Ricklin, Brust-Zentrum, Zürich:
Alternative Behandlungsmöglichkeiten der hormonellen Ausfallserscheinungen (Dezember 2002)


Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien:
KÖNNEN SIE SICH NOCH ERINNERN? (September 2002; Bulletin 49)


Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien:
Über Tulpen, den Frühling und welke Blätter (Juni 2002)


PD Dr. med. Christoph Rageth, Brustzentrum Zürich:
Neue Meldungen aus der Forschung (Dezember 2001; Bulletin 46)


Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien:
Angst bei Krebs (Juni 2001; Bulletin 44)


Dr. med. Felix Jungi, Kantonsarzt St. Gallen und Onkologe und PD Dr. med. B. Thürlimann, St. Gallen:
Osteoporose (Juni 2001; Bulletin 44)


Prof. Dr. med. Richard Herrmann, Leiter der Abteilung Onkologie am Kantonsspital Basel:
Die Nadelgespenster (März 2001; Bulletin 43)


Univ. Prof. Dr. med. Christa Cerni, Institut für Krebsforschung der Universität Wien:
Müde? (Dezember 2000; Bulletin 42)
Wieder neue Lebenskraft schöpfen nach einer schweren Erkrankung kann viel Zeit beanspruchen. LEBEN WIE ZUVOR möchte Sie bei diesem Prozess mit Rat und Tat begleiten.
:)