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Hier veröffentlichen wir regelmässig neue Artikel von Fachpersonen zu medizinischen Themen, die viele an Brustkrebs erkrankte Frauen interessieren.
Reinhold Hönle: Interview mit Anastacia: «Meine Weiblichkeit ist nicht zerstört» (März 2004; Berner Zeitung)
Popstar Anastacia liess sich von der Diagnose Brustkrebs nicht unterkriegen. Die 30-jährige Powerfrau kämpfte gegen die Krankheit. Und nahm ihr drittes Album auf. Nun will sie anderen Frauen Mut machen.
Interview: Reinhold Hönle
Sie haben eine harte Zeit hinter sich. Anastacia, wie geht es Ihnen jetzt?
Anastacia: Gut. Seitdem ich vor sechs Wochen das positive Resultat der Nachuntersuchung erhalten habe, treibe ich wieder Sport. Die Stimme hat nicht gelitten, aber die Energie kehrt nur langsam zurück. So bin ich auf meiner PR-Tournee gezwungen, jeden vierten Tag auszuspannen. Ich könnte die Strapazen sonst nicht durchstehen.
Sie leiden schon seit Ihrer Kindheit an einer Darmerkrankung. Haben Sie nach der Diagnose Brustkrebs nicht gedacht: Weshalb schon wieder ich?
Überhaupt nicht. Ich glaube sogar zu wissen, weshalb Gott gerade mich mit der Krankheit konfrontierte. Ich bin ein Mensch, der auch einer Tragödie etwas Positives abgewinnen kann. Als ich erfuhr, wie viele Sängerinnen und Schauspielerinnen es gibt, die ebenfalls vom Brustkrebs betroffen sind, jedoch mit Perücken über rote Teppiche schreiten, weil sie um ihre Karriere fürchten, beschloss ich, mit meiner Krankheit an die Öffentlichkeit zu gehen.
Was wollten Sie bewirken?
Ich wollte zeigen, dass diese Krankheit nichts Peinliches oder Beschämendes hat. Sie hat auch nicht meine Weiblichkeit zerstört. Aber ich möchte den Frauen trotzdem sagen: Passt besser auf eure Gesundheit auf! Anderseits soll man nicht mit dem Schicksal hadern. Selbst wenn man stirbt oder eine Beziehung zu Ende geht, hat das seine Richtigkeit. Man muss sich dem Ende der Geschichte stellen - ob es einem gefällt oder nicht.
Apropos Vorsorge: Auch Sie konsultierten Ihren Arzt aus einem anderen Grund...
Stimmt. Wegen meiner Rückenschmerzen wollte ich meinen Busen verkleinern lassen. Nun, das hat nicht geklappt. Dafür hat mir mein Schutzengel einen viel grösseren Wunsch erfüllt: zu überleben. Der Arztbesuch ermöglichte eine frühzeitige Diagnose. So waren nach der Operation nur Bestrahlungen, jedoch keine Chemotherapie nötig. Die waren zwar auch kein Vergnügen, aber sie haben mein Äusseres nicht komplett verändert. Die Krankheit machte mich dennoch so demütig, dass ich mir meine eigene Hilflosigkeit eingestand. Dies war für mich, die immer sehr selbstständig war und ihr Leben im Griff hatte, eine lehrreiche Erfahrung.
Sie haben während der Therapie an Ihrer neuen CD «Anastacia» gearbeitet - aus Zeitgründen oder um sich abzulenken?
Ich dachte, es würde mich auf andere Gedanken bringen und die Heilung fördern. Leider war das ein Irrtum. Die Belastung war extrem hoch. Ich bin nun zwar stolz auf das Album, das von den Verantwortlichen der Plattenfirma erstmals als Meisterwerk bezeichnet wurde, doch würde ich definitiv keine CD mehr aufnehmen, falls ich mich einer weiteren Krebstherapie unterziehen müsste. Es gibt Momente, wo man zuerst an sich statt an Arbeitgeber und Fans denken sollte.
Sie scheinen viele Gefühle in Ihren Songs zu verarbeiten. Was Ihre Beziehungen angeht, sprechen Songs wie «Left Outside Alone» oder «Sick And Tired» eine deutliche Sprache. Ist es nicht schwierig, sein Inneres so nach aussen zu kehren?
Nein, nein! Es fiel mir leicht, diese Texte zu verfassen. Weil ich nicht schwermütig bin. Wie eine Schauspielerin kann ich aus Erfahrungen, die ich meinetwegen schon vor sieben Jahren gemacht habe, immer wieder schöpfen, wenn ich einer neuen Figur Leben einhauchen will. Hätte ich die verrückten Geschichten, die meine Songs erzählen, alle selbst erlebt, wäre ich jetzt wohl nicht hier, sondern zur Therapie in einer geschlossenen Anstalt. . .
Weshalb haben Sie das ganze Komponisten- und Produzententeam ausgewechselt, mit dem Sie Ihre ersten beiden Erfolgsalben gemacht hatten?
Mit «Not That Kind» lernte ich mehr über mich und was es bedeutet, eine Künstlerin zu sein. Aus Zeitgründen entschied ich mich, bei «Freak Of Nature» mit den gleichen Leuten zu arbeiten. Als die dritte CD dann im Entstehen war, wurde der Wunsch nach einer Veränderung immer stärker. Ich wollte mich durch das Genie dieser neuen Produzenten, die ich schon länger im Visier hatte, inspirieren lassen.
Wo sehen Sie die grösste Veränderung? Ihre Powerstimme und Ihre emanzipierten Texte sind weiter dominant.
Der Unterscheid liegt im Detail. Ich denke, ich bin auf subtile Art musikalisch und künstlerisch gereift. Da die Songs etwas rockiger sind, meinen viele Journalisten, ich würde plötzlich tiefgründigere Texte schreiben. Falsch! Sie haben dem Inhalt vorher einfach nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt.
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Wieder neue Lebenskraft schöpfen nach einer schweren Erkrankung kann viel Zeit beanspruchen. LEBEN WIE ZUVOR möchte Sie bei diesem Prozess mit Rat und Tat begleiten. |
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