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Hier berichten an Brustkrebs erkrankte Frauen von ihren Erfahrungen: leidvollen, aber auch hoffnungsvollen.
Die Erfahrungsberichte zeigen, dass wir alle unsere ureigene Art und Weise haben, mit unserer Krankheit umzugehen. Keine ist besser oder schlechter.
Wir hoffen, dass auch Ihnen die folgenden Berichte Mut machen und Sie auf Ihrem eigenen Weg bestärken.
Falls Sie einen Erfahrungsbericht beifügen möchten, schicken Sie Ihren Beitrag bitte per E-Mail an [email protected].
Die Erfahrungsberichte werden auf Wunsch auch anonym veröffentlicht.
Vielen Dank!
Mein Herzkissen Gisela
Mein Herzkissen
Von Gisela
Seit acht Monaten begleitet mich das Herzkissen. Es war inzwischen auch drei Mal in der Waschmaschine und sieht immer noch gleich frisch aus, wie an dem Tag als ich es geschenkt bekam von der Besucherin von leben wie zuvor. Es hat mich begleitet, als ich gleich zweimal in der Notfallaufnahme landete nach der Chemo. Es hat mich auch begleitet auf der Reise durch Schottland. Eigentlich hatte mein Onkologe mir geraten, diese Reise zu verschieben. Doch das kam für mich nicht in Frage, da diese Reise mein Geburtstagsgeschenk war und seit Monaten mein Lichtblick darstellte. Immer wenn es mir schlecht ging, dachte ich: Bald fahren wir nach Schottland und ich werde mich wohlfühlen dort. Noch 3x Chemo, noch 2x Chemo, noch einmal Chemo – und dann weg von allem!
Das Herzkissen diente mir sehr, sei es bei den manchmal langen Autofahrten, sei es in den nicht immer sehr guten Hotelbetten. Dabei muss ich Euch noch erzählen was ich für einen Schrecken hatte, als ich eines Vormittags merkte dass ich das Kissen im Hotelbett vergessen habe! Nein, mein Mann war überhaupt nicht begeistert, dass er über 30 Kilometer zurück fahren musste! Bis am Nachmittag war dann sein Ärger wieder verflogen und der Tag wurde trotzdem noch gut. Es ging halt einfach nicht ohne mein Herzkissen, auch wenn er das nicht verstehen konnte.
Das Herzkissen war auch dabei, als ich meine Schwester besuchte. Die Hiobsbotschaft aus Deutschland war, dass auch sie an Krebs erkrankt ist. Währenddem ich bei ihr am Bett sass, kam eine ältere Dame und fragte meine Schwester sehr freundlich, ob sie ihr ein Herzkissen überreichen dürfe. Das hat mich so sehr gefreut, dass auch dort im Spital solche Kissen verschenkt werden. Ich erzählte natürlich sofort von meinem Kissen, das ich immer bei mir habe und zeigte der Dame die Karte, die ich natürlich auch dabei hatte. Die Karte mit den herzlichen Wünschen der Dornacherfrauen, welche für Leben wie zuvor die Kissen herstellen. Das fand die Dame eine sehr gute Idee, die sie fortan auch umsetzen wolle, das mache die Sache noch persönlicher.
Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, dass ich mein Kissen meiner Schwester schenken wollte, und jetzt besitzen wir beide eines!
Ich habe meiner Schwester auch erzählt von dem sehr hilfreichen Besuch von der Besucherin von leben wie zuvor. Dieser Besuch hat mir sehr viel geholfen, die Frau hat nämlich auch Brustkrebs gehabt und versteht deshalb ganz anders, was man in einem solchen Moment braucht. Im Krankenhaus wo meine Schwester operiert wurde, kennt man dieses Angebot nicht. Auch von Selbsthilfegruppen hat sie keine Unterlagen erhalten. Ich hingegen bin sofort in eine solche Gruppe gegangen. Ich fühlte mich schon beim ersten Treffen gut aufgenommen und verstanden.
Da ich weiss dass mehrere Tausend betroffene Frauen das Bulletin von Leben wie zuvor abonniert haben, und dass auch die fleissigen Näherinnen der Herzkissen dieses Büchlein lesen, möchte ich hier meinen ganz grossen Dank niederschreiben an alle die da mithelfen. Man weiss erst wenn man selber betroffen ist, wie sehr einem ein paar liebe Worte und ein Teilnehmen am Schicksal wohl tun. Danke dass es den Verein Leben wie zuvor mit all den lieben freiwilligen Helferinnen gibt und danke herzlich dass es die Herzkissenfrauen gibt. Ich wünsche Ihnen allen herzlich alles Gute. Gisela
Solidarität hat viele Gesichter… Seit über zwei Jahren nähen acht Frauen aus Dornach Herzkissen für Frauen nach Brustoperation. Das Herzkissen ist einerseits ein Zeichen der Solidarität, denn in jedes Kissen werden viele Wünsche und gute Gedanken eingenäht. Anderseits hilft das Kissen, den Wundschmerz zu lindern, indem es Schutz bietet bei plötzlichen Bewegungen oder Stössen. Es ist ein wunderbares Geschenk von Herzen, das inzwischen mehreren hundert Frauen von Leben wie zuvor überreicht werden konnte. Mehr als 400 Kissen haben die fleissigen Frauen von der Dornacher Quilt-Gruppe für uns genäht! Und wir dürfen jederzeit Nachschub bestellen. Jedes Kissen ist ein Kunstwerk, aus besten, vorher gewaschenen Baumwollstoffen gefertigt, hygienisch verpackt, mit handgeschriebener Grusskarte versehen und mit farbigen Bändern, dem Stoff assortiert, geschmückt. Ein riesengrosses DANKE an die Initiantin Nina und an alle helfenden Fachfrauen. SG
Die grossen Taten der Menschen sind nicht die, welche lärmen. Das Grosse gschieht so schlicht, wie das Rieseln des Wassers, das Fliessen der Luft, das Wachsen des Getreides. Adalbert Stifter Eindrücklicher Spitalbesuch von Martha
Es ist Freitagnachmittag , mein Telefon klingelt, ich bekomme einen Anruf vom Spital, wo ich seit Jahren Besucherin bin. Also werde ich einmal mehr am Samstagmorgen diesen gewünschten Spitalbesuch bei der frisch betroffenen Frau machen anstelle von Wohnungsputz, ja das kann doch warten. Im Zimmer der von mir besuchten Patientin liegt noch eine junge Frau. Ihrem Gesichtsausdruck entnehme ich, dass sie sehr wahrscheinlich starke Schmerzen hat, ja hat sie, nämlich Rückenschmerzen. Mit dem Einverständnis „meiner“ Frau, führen wir unser Gespräch im Zimmer durch, denn sie mag nicht aufstehen. Aus Rücksicht, oder Höflichkeit, vielleicht auch Langeweile setzt sich die „Nebenfrau“ Kopfhörer auf ihre Ohren.
Bevor ich mich verabschiede, lasse ich die Patientin noch eines von unseren tollen Herzkissen aussuchen, dies spare ich mir immer auf bis zuletzt, denn das Kissen ist mit seiner Form und seinen frohen Farben ein absolutes “TRÖSTERLI“ bei dieser Schockdiagnose und zaubert mancher traurigen Patientin ein kleines Lächeln auf die Lippen. Jetzt wird die junge Frau plötzlich ganz aktiv, schaut zu uns rüber, zieht sich die Kopfhörer von den Ohren und sagt: “sind diese Kissen aber schööööön“! Ich konnte nicht anders und gab ihr auch eines „so härzig, danke, vielen Dank“, sie hätte es nicht sagen müssen, denn ihr plötzliches Strahlen war für mich Dank genug und ich glaube der Tag war nachher für uns alle Drei einfach etwas heller und schöner!! Dieser erwähnte Samstags-Spitalbesuch hat mir wieder einmal gezeigt wie befriedigend meine ehrenamtliche Arbeit bei Leben wie zuvor für mich sein kann. Bin froh, Besucherin bei Leben wie zuvor sein zu dürfen. Eure Martha
Zusammen zurück ins Leben / Ein Erfahrungsbericht zur Arbeitstagung von Leben wie zuvor Kevin Haab und Christoph Niemann
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