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Hier berichten an Brustkrebs erkrankte Frauen von ihren Erfahrungen: leidvollen, aber auch hoffnungsvollen.
Die Erfahrungsberichte zeigen, dass wir alle unsere ureigene Art und Weise haben, mit unserer Krankheit umzugehen. Keine ist besser oder schlechter.
Wir hoffen, dass auch Ihnen die folgenden Berichte Mut machen und Sie auf Ihrem eigenen Weg bestärken.
Falls Sie einen Erfahrungsbericht beifügen möchten, schicken Sie Ihren Beitrag bitte per E-Mail an [email protected].
Die Erfahrungsberichte werden auf Wunsch auch anonym veröffentlicht.
Vielen Dank!
Leben besser als zuvor oder anders Manu
Leben besser als zuvor oder anders von Manu
Seit meiner Brustkrebserkrankung vor acht Jahren hat sich vieles in meinem Leben verändert. Als ich vor drei Jahren meine Geschichte ins Forum geschrieben habe war es, um anderen Mut zu machen und den Kampf nicht aufzugeben. Das Niedergeschriebene war für mich wie eine Befreiung einer riesigen Last. Ein Sieg über schlechte Gedanken. Ein Nichtaufgeben. Ich habe auch viel erreicht mit meiner Energie, die ich aus meinem Innersten geschöpft habe. Ich bin gelaufen, geschwommen, habe gemalt. Alles so, wie ich es mir auch vorgenommen habe.
Und plötzlich sollte das einfach vorbei sein? Bei einem Untersuch meines Mannes im Januar 2011 wurden erhöhte PSA Werte festgestellt. Die Angst, noch einmal durch eine Krebserkrankung durch zu gehen, war für mich eine unmögliche Vorstellung. Er erhielt Medikamente und wurde zum Urologen verwiesen. Nach verschiedenen Untersuchungen kam auch eine Entwarnung. Auch ich konnte mich wieder aus meinem Loch hochrappeln. Nach erneutem Arztbesuch waren die Werte immer noch zu hoch, so mussten noch Gewebeproben entnommen werden. Da war er also wieder! Nicht bei mir, aber bei meinem Mann. Zwei kleine Tumore haben sich in seiner Prostata gebildet. Die Prostata musste im September 2011 raus.
Warum nicht ich!! Ich weiss ja wie es geht. Warum müssen wir das alles noch einmal ertragen!! Das Warum beherrschte mich eine lange Zeit. Ich hatte keine Kraft mehr um in den Wald zu gehen um Energie zu tanken. Mein Baum im Wald konnte mir auch nicht helfen. Der Rucksack wurde immer schwerer auf meinem Rücken. Es schien mir alles sinnlos. Kein Malen kein Laufen kein Schwimmen. Ich erlitt Verlustängste, wie mein Mann damals bei mir. Auf einmal musste ich lernen mit seinem Krebs umzugehen. Ich musste unsere Familie informieren. Ich musste ihm Mut zusprechen. Ich musste die Stunden abwarten, bis seine OP vorbei war. Ich wurde in das Nebenher - Gehen gezwungen. Und über die ganze Zeit hat mein Mann mich getröstet, so wie ich ihn bei meiner Erkrankung getröstet habe. Mir wurde bewusst, was es heisst, einen Partner mit Krebs zu haben.
Wir wissen jetzt beide, welche Kraft es braucht einen kranken Partner mit Krebs zu haben und trotzdem weiter zu leben und zu lieben. Wir würden uns beide wünschen, dass es wird wie früher. Aber wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Wir sind beide reifer und um einige, wenn auch traurige Erfahrungen reicher geworden. Wir geben auch heute nicht auf. Nach langer Zeit sind wir jetzt durch den Wald gelaufen. Ich konnte meinem Mann auch zeigen, welche Befreiung ich im Wald spüre. Welche Energie ich aufnehmen kann. Er gab mir Recht. Er spürte sie auch. Und wieder einmal habe ich eine Last aus mir raus geschrieben. Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg. Auf dem Weg in ein besseres Leben.
Liebe Grüsse Manu.
Ps: Mein kleiner tolpatschiger Esel „Little Murhy“ ist immer noch mein Schutzengel. Nobody is perfect.
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