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Hier berichten an Brustkrebs erkrankte Frauen von ihren Erfahrungen: leidvollen, aber auch hoffnungsvollen.
Die Erfahrungsberichte zeigen, dass wir alle unsere ureigene Art und Weise haben, mit unserer Krankheit umzugehen. Keine ist besser oder schlechter.
Wir hoffen, dass auch Ihnen die folgenden Berichte Mut machen und Sie auf Ihrem eigenen Weg bestärken.
Falls Sie einen Erfahrungsbericht beifügen möchten, schicken Sie Ihren Beitrag bitte per E-Mail an [email protected].
Die Erfahrungsberichte werden auf Wunsch auch anonym veröffentlicht.
Vielen Dank!
ANNEHMEN KÖNNEN Therese
1972, musste ich die linke Brust wegnehmen lassen. Ich war damals 29 Jahre und unser Sohn 2 Jahre alt. An einem Montag musste ich ins Spital und am Dienstagmorgen entfernte man den Knoten. Am Donnerstagmorgen, 7.00 Uhr war Arztvisite. Der Chefarzt stand mit den Schwestern und Ärzten rund um mein Bett, da sagte der Chefarzt: „Frau S., morgen werden Sie noch einmal operiert.“ Das war alles. Als der Chefarzt das Zimmer verlassen hatte, fragte ich die Schwester: „Was wird operiert, muss man mir die Brust entfernen?“ Bevor ich das Spital verliess, hatte ich mit dem Chefarzt ein Gespräch. Er sagte, dass dieser Tumor baumnussgross war, aber nicht bösartig. Erst vom Hausarzt vernahm ich, dass dieser Knoten doch Krebs war.
Jetzt hatte ich nur noch einen einzigen Wunsch, nur noch so lange leben zu können, bis unser Sohn 20 Jahre alt sein würde. Der Verlust dieser Brust war für mich nicht so gross, viel mehr aber, dass ich keine Kinder mehr haben sollte. Das war die Meinung meines Hausarztes. Ein Frauenarzt in Luzern meinte zwei Jahre später: „Ihnen geht es ja so gut, Sie dürfen und können sehr gut Kinder haben.“ Zu dieser Zeit musste eine Schwägerin meiner Schulkollegin nach drei Kindern eine Brust entfernen, danach wurde sie schwanger. Ein halbes Jahr nach der Geburt des Kindes ist sie gestorben. Ich war sehr bald dankbar, überhaupt ein gesundes Kind zu haben. Auch wusste ich es sehr zu schätzen, dass ich den Haushalt mit meinem Mann ohne fremde Hilfe besorgen konnte. Mir wurde bewusst, wie es wäre, wenn ich nur noch eine Hand oder ein Bein hätte, oder sogar nicht mehr sehen könnte. Zur Nachbehandlung hatte ich 30 Bestrahlungen. Sechs Wochen lang, wöchentlich fünf Mal, fuhr mich mein Mann von Küssnacht a. Rigi nach Luzern. Ich bestand das Bestrahlen sehr gut und hatte wenige Nebenwirkungen. Mein Mann half mir sehr viel. Ich hatte immer eine grosse Stütze an ihm.
Neun Jahre lang hatte ich keinen Rückfall. In diesen neun Jahren lernte ich Autofahren, machte viele verschiedene Kurse, ging Skifahren, Eislaufen, Schwimmen, Wandern und vieles mehr. Ich ging halbtags arbeiten. Die rechte Brust war mehr oder weniger in Ordnung. Innerhalb dieser neun Jahre hatte ich eine Gewebsentnahme. Befund: gutartig.
Dann, nach neun Jahren, es war 1981, stellte ich auf dem Brustbein einen Knoten fest. Zu dieser Zeit entfernte man den Knoten, und in derselben Narkose wurde die Brust amputiert, wenn der Befund bösartig war. Wenn ich richtig informiert bin, so sagt man Schnellschnittverfahren. Heute (1990) gibt es wieder Ärzte, welche den Knoten gründlicher untersuchen lassen, um sich zu vergewissern, ob eine Amputation wirklich nötig sei. Diese Methode bedingt aber eine Wartezeit von mehreren Tagen. Diese Zeit ist mit viel Angst und Sorgen verbunden. Für den Patienten eine schwere Zeit. Ich bin der Meinung, dass eine Totaloperation sehr hart und brutal ist, aber die Überlebenschance ist bestimmt viel grösser. Hinterher, wenn es einem so gut geht wie mir jetzt, nach 17 Jahren, gibt es schon manchmal Momente, wo man sich fragt, ob diese Amputation auch wirklich nötig gewesen war.
In der Klinik wurde mir die rechte Brust amputiert. Als mir der Arzt den Verband wechselte, wollte ich mich sehen, aber eine Ordensschwester drehte mir den Kopf auf die andere Seite. Ich durfte mich nicht sehen.
Sechs Wochen nach der Operation ging ich wieder halbtags arbeiten. In der siebten Woche ging ich zur Arztkontrolle. Nun sagte mir der Hausarzt, dass der Onkologe der Meinung sei, es bedürfe keiner Nachbehandlung, er, der Hausarzt, sei aber damit nicht einverstanden. Bei einem Rückfall bedinge es dringend einer Nachbehandlung. Eventuell eine geringe Chemotherapie. Da ich aber schon eine Woche arbeitete, war mir Bestrahlen lieber als Chemotherapie. Währen diesen 15 Bestrahlungen ging ich täglich am Vormittag zur Arbeit, dann Mittagessen kochen und den Haushalt besorgen. Ich ruhte mich auch täglich eine halbe bis eine ganze Stunde aus. Nun konnte ich ja selber Autofahren und so ging ich täglich um 17 Uhr zum Bestrahlen. Ich überstand auch diese Bestrahlungen recht gut. Mein Mann und unser Sohn halfen mir ja auch sehr viel. Mein Mann akzeptierte meinen Körper wie er war. Einmal stand ich vor dem Spiegel und betrachtete mich. Da kam mein Sohn ins Zimmer, er war damals 11 Jahre alt. Ich sagte zu ihm: „wie sehe ich denn aus ohne Brüste?“ Er meinte: „Weißt du Mueti, jetzt siehst du viel besser aus, du bist jetzt nicht mehr so einseitig.“ Diese Worte werde ich nie vergessen, sie haben mir sehr viel geholfen. Ich hatte das Gefühl, dies sei eine ehrliche Antwort.
Drei Jahre später, 1984, hatte ich einen Knoten in der Narbe nähe Brustbein der rechten Brust. Der Knoten war wieder positiv (Krebs). Damals sagte der Onkologe, dieser Knoten sei Hormonbedingt. Statt einer Nachbehandlung wie z.B. Chemotherapie (bestrahlen durfte man nicht mehr) entschieden sich der Onkologe, der Hausarzt und der Frauenarzt für eine Totalentfernung der Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter. Durch diese Operation kam ich fast10 Jahre zu früh ins Klimakterium. Eigentlich schaffte ich diese körperliche Umstellung wieder recht gut, aber auch nur mit Hilfe meines Mannes und unseres Sohnes. Ein Jahr nach dieser Operation half ich meinem Mann bei einem Umbau im Garten. Da unser Haus am Hang steht, mussten wir alle schweren Arbeiten von Hand ausführen, wie z.B. schaufeln, pickeln und Erde mit einer Garete wegführen. Viele Bausteine und diverses Baumaterial musste 58 Treppenstufen hinaufgetragen werden. Ich fühlte mich bei dieser Arbeit wohl und gesund. Für mich ist arbeiten jeglicher Art eine gute Therapie. Ich habe zwar keine Brüste mehr, dafür zwei gesunde Hände und Beine.
Im Frühling 1988 spürte ich eine ganz kleine Veränderung an der Narbe in der Achselhöhle, wo ich vor 17 Jahren operiert worden war. Ich kontrollierte diese Veränderung ständig. Erst im Oktober liess ich diese Veränderung entfernen. Befund: Krebs. Nun stand auch diesmal zur Diskussion: Nachbehandlung, aber welche? Ich war auch jetzt noch nicht für eine Chemotherapie bereit. Seit zwei Jahren ist ein Antihormonpräparat auf dem Markt. Mit diesem Mittel will man den Hormonhaushalt total unterbrechen. Nebenwirkungen laut Rezept: Depressionen und Wallungen. Diese Wallungen hatte ich ja schon seit der Totaloperation, Depressionen eigentlich keine.
Die Betreuung von Ärzten und Schwestern in den Spitälern ist jetzt viel besser geworden. Leider fehlt ihnen oft die Zeit. Deshalb braucht es die Besucherinnen von der Selbsthilfegruppe. Betroffene Frauen bringen die Erstprothese und Broschüren und können Ratschläge geben, weil sie alles selbst auch erlebt haben. Das hilft sehr viel.
Zum Schluss möchte ich allen Frauen sagen, dass es viel schlimmere Krankheiten gibt. Bestimmt braucht es einige Zeit, diese Krankheit und den Verlust einer Brust zu akzeptieren. Annehmen und aus der Situation das Beste machen, ist in jeder Hinsicht der einfachste Weg für die Betroffene und die Umgebung.
Therese 1990
Zusammen zurück ins Leben / Ein Erfahrungsbericht zur Arbeitstagung von Leben wie zuvor Kevin Haab und Christoph Niemann
Winterzauber Annina
Psycho-Onkologie Annina
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah Annina
"Venedig ist.... Claudine
Der Sprung zurück ins Leben Annina
Leben besser als zuvor oder anders Manu
Mein Herzkissen Gisela
Vom Blinzeln der Seele durch das Meer der Tränen Barbara
Es liegt an uns! Bea(trice)
Aus Zeit Annina
Das zweite Leben Claudine
Happy End Annina
Hoffen und Sehnen Annina
Ich doch nicht strizzi
„sich ein Bild machen“ Annina
Ein neues Schnittmuster Annina D.
Leben - besser als zuvor Manu
Happy End Annina
ANNEHMEN KÖNNEN Therese
Alles wird wieder gut Annina
Das Ganze war natürlich ein grosser Schock… Vreni H.
Der Anfang einer kleinen Geschichte Veronika
Rückblick auf bewegte und bewegende Monate Elisabeth
Morgens vor dem Spiegel EVA
Selbst ist die Frau Sylvia Brathuhn
Aus der Not eine Tugend machen Nina Lupp
Der eigene Engel Germaine Neukom
Ein ganz normaler Sommermorgen Sonja Dreher
Ich will Lea
Aus meinem Tagebuch Claudine
Zurück ins Leben Eveline E.
Brustkrebs? – das kriegen nur die anderen! Beatrice Kern
Septemberblau der Himmel Christa Strasser
Ein ganz normaler Sommermorgen Sonja D.
20 Jahre!! Jsabella
RAT"SCHLÄGE"? – JA. BITTE! Christa Cerni
Tyrannei von innen Christa
Föhn – Chemotherapie – Perücken Elisabeth
Tenorsaxophon AmaZone
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Evelyn Marti: Matuschka mit Gipsbüste |
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