 |
 |
 |
Hier berichten an Brustkrebs erkrankte Frauen von ihren Erfahrungen: leidvollen, aber auch hoffnungsvollen.
Die Erfahrungsberichte zeigen, dass wir alle unsere ureigene Art und Weise haben, mit unserer Krankheit umzugehen. Keine ist besser oder schlechter.
Wir hoffen, dass auch Ihnen die folgenden Berichte Mut machen und Sie auf Ihrem eigenen Weg bestärken.
Falls Sie einen Erfahrungsbericht beifügen möchten, schicken Sie Ihren Beitrag bitte per E-Mail an gaillard@leben-wie-zuvor.ch.
Die Erfahrungsberichte werden auf Wunsch auch anonym veröffentlicht.
Vielen Dank!
Meine Chemotricks Renate
Ich bleibe einfach sitzen, steige nicht aus dem Zug, bis ich am Meer stehe. Schade dass ich so vernünftig bin. Die wirklich schönen Dinge kann ich zurzeit nur erträumen… Natürlich werde ich aussteigen, mir am Bahnhof ein Taxi nehmen und in das ungeliebte Krankenhaus fahren. Wenn ich nur daran denke, dreht sich der Magen schon ganz von alleine um.
Was soll’s, zur Chemo muss ich trotzdem. Es ist schlimm für mich, ich bin fast panisch vor Angst. Es ist so viel sinnloses Prozedere und Leid dabei. Erstmal nüchtern erscheinen, anmelden, hier warte ich oft schon eine Stunde. Auf der Station warten, bis jemand Blutdruck misst. Dann Blut abnimmt. Warten bis irgendein Arzt Zeit für die Abklopf-Tut-etwas-weh- Untersuchung hat. Warten. EKG, warten, Krankenhausmittagessen, warten, warten, warten, irgendwann ist Visite. Keinen Menschen interessieren die letzten Wochen seit der letzten Chemo. Niemandem kann ich erzählen, was ich alles durchgemacht habe. Es ist ja nichts Abnormales dabei.
Da bist du, bist 35, hast plötzlich Brustkrebs, die eigene Welt stürzt zusammen, der Tod ist zum Greifen nahe, ungläubiges, sprachloses, verzweifeltes Sein. Und dann redet keiner mit mir. Es erklärt mir niemand etwas. Die Ärzte haben „leider“ keine Zeit. Und wieder warten. Es ist jetzt 16 oder 17 Uhr. Die Ärztin kommt. Wieder Einstich in den Arm. Ich hab schon eine ordentliche Venenentzündung von der Chemotherapie. Es tut weh. Blut und Tränen rinnen. Dann fällt der einfühlsame, aufmunternde Kommentar: „Na dann rein mit dem Gift!“ Stundenlang liegen. Krankenhausabendessen. Mir drehts den Magen um. In der Nacht noch eine Spritze. Ich beginne zu erbrechen. Stundenlang. Eine Frau mit Schlaganfall neben mir. Ich weiss nicht was sie mitbekommt, sie selbst leidet sehr, weint viel. Daneben eine liebe alte Bäuerin mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie leidet mit mir, die ganze Nacht. Sie wird die nächsten Tage nicht überleben. So kahlköpfig sehen wir uns fast ähnlich. Sie wollte so gerne heim zu ihren geliebten Katzen und Hühnern, nur noch einmal heim! – Endlich Morgen. Blutentnahme. Endlich darf ich heim. Mein treuer Freund der mich abholt erscheint mir wie ein Engel der mich aus der Hölle heimholt. Nur heim, heim! Nein, nächstes Mal mache ich es anders: ich entscheide mit! Ich habe einen Plan ausgeheckt, der mich die letzte Chemotherapie leichter überleben lassen wird! OK: Anmeldung, Blutentnahme, EKG, das lasse ich über mich ergehen. Ich beziehe das Zimmer, aber ich ziehe mir keinen Pijama an (Trick 1) sondern lege einen grossen Zettel aufs Bett, dass ich im Park zu finden wäre, sollte mich jemand brauchen (Trick 2). Dort traf ich den Pastoralassistenten des Krankenhauses, der sich zu mir setzte (guter Zufall, fescher Mann!!) Er erzählte mir über seine Arbeit, über Strebegleitung usw. Es war sehr interessant. Danach vermerkte ich auf meinem Zettel, dass ich erst um 13 Uhr wiederkommen würde. Die letzten Krankenhausaufenthalte hatten mir gezeigt, dass sich ausser dem Magenumdrehmittagessen und Stress nichts tat auf der Station. Um 13 Uhr wurde ich bereits erwartet (!) Erste positive unerwartete Folge meines widerständischen Verhaltens. Ich hatte mit einer Rüge gerechnet. Abgeklopft-Tut-etwas-weh-untersucht, erneuerte ich meinen Zettel: „Bin im Park bis 15.30 Uhr“. Ein spannendes und schönes Buch (M. Frederikson: SIMON, sehr zu empfehlen) leistete mir Gesellschaft.
Überlebenstrick 3: Am Bett sass bereits mein Bruder, und die Flasche lag auch schon bereit (nur ich fehlte!) Ich hatte mich zum ersten Mal getraut, jemanden zu bitten, mir Gesellschaft zu leisten. Ich bin sonst so eine von der Sorte „ich schaff das alles alleine“ Frauen. Nachdem wir uns selten sehen und ich meinen Bruder sehr liebe, wurde es ein schöner Nachmittag voller Gespräche. Um 18 Uhr war der Chemo-Spuk vorbei und mein Engel erschien, um mich abzuholen. Weil „man kann die Spritze schon durch eine Tablette ersetzen“ (Trick 4, habe nachgefragt!) „Nein, Sie sollten im Krankenhaus bleiben, denn, wenn es Ihnen schlecht geht, können wir Ihnen helfen…“ Ohne mich! Die Schwester hängt die letzte Flasche ab. Ich sage ihr, eigentlich müssten wir jetzt Sekt trinken, das sei nämlich meine letzte Chemo gewesen. Sie schaut mich zweifelnd an und meint, man sollte sich nicht zu früh freuen, weil man ja nie weiss, es gibt ja genug Rückfälle… Wenn Patienten ein Recht auf Personalmitsprache hätten, hätte ich diese Schwester gefeuert. Oh diese sensiblen, ausgebrannten und frustrierten Krankenschwestern… Ich will heim. Revers unterschreiben (richtig: Trick 5) und raus in den warmen Frühlingsabend. Bei einem Tulpenfeld bleiben wir stehen und ich pflücke für meine letzte und die erste gelungene Chemo einen Arm voller Tulpen (prachtvolle Spontanidee). Nur für mich. Zuhause erwarten mich strahlende Kinderaugen. Ehrlich: ich habe in dieser Nacht nicht erbrochen, so froh war ich einfach, den gestrigen Tag gut und für mich stimmend hinter mich gebracht zu haben. Herzlichst Renate
Das zweite Leben Marceline Selm
Die sanfte Massage: Lymphdrainage Chantal Jauslin
Es liegt an uns! Bea(trice)
LOOK GOOD - FEEL BETTER Sabine
LOOK GOOD - FEEL BETTER Nicole Benz
Aus Zeit Annina
Das zweite Leben Claudine
Happy End Annina
Hoffen und Sehnen Annina
Ich doch nicht strizzi
Vor zwanzig Jahren Marijke
„sich ein Bild machen“ Annina
Ein neues Schnittmuster Annina D.
Leben - besser als zuvor Manu
Happy End Annina
Die Fremde im Spiegel oder die Frau mit der Perücke Miriam Glass
Meine Chemotricks Renate
ANNEHMEN KÖNNEN Therese
Alles wird wieder gut Annina
Das Ganze war natürlich ein grosser Schock… Vreni H.
Der Anfang einer kleinen Geschichte Veronika
Etwas über die Mistel Eva E.
NARBEN – GEDANKEN von Madeleine Käslin
Rückblick auf bewegte und bewegende Monate Elisabeth
leben wie zuvor Ursula Kessler
CROSSROADS Sabine
Morgens vor dem Spiegel EVA
Selbst ist die Frau Sylvia Brathuhn
Workshop für Engel Papillon
Aus der Not eine Tugend machen Nina Lupp
Der eigene Engel Germaine Neukom
Ein ganz normaler Sommermorgen Sonja Dreher
Offener Brief an meine Freundin Papillon
Ich will Lea
Der Port-a-Cath Eva E.
Kinder des Krebses Sandra Wöhe
Aus meinem Tagebuch Claudine
Zurück ins Leben Eveline E.
Brustkrebs? – das kriegen nur die anderen! Beatrice Kern
"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte" Erma Bombeck
Die Zahl 13 Lou
Eine schlimme Diagnose La Donna sempre in giro (alias Solita)
Septemberblau der Himmel Christa Strasser
Ein ganz normaler Sommermorgen Sonja D.
Ferien im Champ-Nany (Bresse, Burgund, Frankreich) Ruth, Sepp, Tobias, Flavia Kiser aus Giswil
Ein ganz normaler Montag Papillon
Erwachen – aufwachen – wach sein... Anna-Lena
Wir sind betroffen Graziella
20 Jahre!! Jsabella
Bekenntnis zur Selbstachtung Virginia Satir, Familientherapeutin, USA
Für meine liebe Mutter Daniela
Genug Zeit Renate H.
RAT"SCHLÄGE"? – JA. BITTE! Christa Cerni
Rezidiv Beatrix
Total dankbar Nella
Trotz allem ein wunderbares Erlebnis Hanny G.
Tyrannei von innen Christa
eine Brust – keine Brust ...... einen Busen – keinen Busen...... Margreth
Am Anfang steht die Entscheidung.... Anna Lena
Ein Brief an Euch alle Anna Lena
Das weissgraue Pelzchen Angelika
Eine Liebesgeschichte Trudi
Föhn – Chemotherapie – Perücken Elisabeth
Tenorsaxophon AmaZone
Brustlos glücklich? Oder brustlos und doch glücklich? Evelyn
Ein kleines Geheimrezept Ruth
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Evelyn Marti: Matuschka mit Gipsbüste |
 |
 |
 |
 |
 |
|