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Hier berichten an Brustkrebs erkrankte Frauen von ihren Erfahrungen: leidvollen, aber auch hoffnungsvollen.
Die Erfahrungsberichte zeigen, dass wir alle unsere ureigene Art und Weise haben, mit unserer Krankheit umzugehen. Keine ist besser oder schlechter.
Wir hoffen, dass auch Ihnen die folgenden Berichte Mut machen und Sie auf Ihrem eigenen Weg bestärken.
Falls Sie einen Erfahrungsbericht beifügen möchten, schicken Sie Ihren Beitrag bitte per E-Mail an [email protected].
Die Erfahrungsberichte werden auf Wunsch auch anonym veröffentlicht.
Vielen Dank!
Der Anfang einer kleinen Geschichte Veronika
Liebe Frauen, heute fast ein Jahr später zeige ich Euch meine Geschichte, eine von vielen wie wir alle wissen. In der Hoffnung dass die Frauen die mögen diese zu lesen, ein bisschen Mut auch von meiner Seite schöpfen können. Es begann Mitte März im letzten Jahr. Ich musste wegen einer Scheidenentzündung zur Frauenärztin. Na, dann machen wir wohl auch gleich die Routinekontrolle, meinte sie. Gesagt, getan, bei der Brustkontrolle fühlte sie "was". Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Selbstkontrolle leicht vernachlässigt habe. Auch der leichten Veränderung meiner Brüste habe ich zuwenig Bedeutung beigemessen. Nun gut, das "was" wurde mit Ultaschall geprüft, eine Mammographie folgte. Es war auf den Mammographie-Bildern unter anderem eine hochgradige Mastopathie sichtbar (deshalb meine veränderten Brüste), keine Knoten. Der nächste Schritt: eine Biopsie wurde getätigt, Proben eingeschickt etc. Es war Ostern, ich machte mir wenig Gedanken. Es folgte ein für mich positiver Befund - wunderbar, aber ojeh, es konnten aus irgendwelchen Gründen nur 3 von 10 Proben geprüft werden, was mit div. Problemen mit dem Pathologischen Labor zusammenhing. Ich hatte eine sehr skeptische Ärztin, die diesem Teilbefund keinen Glauben schenkte. Ich musste eine 2. Biopsie über mich ergehen lassen, der Hammer kam 2 Tage später: Bösartiges Mammakarzinom rechts! Innerhalb von 5 Tagen wurde ich brusterhaltend operiert inkl. Untersuchungen, wie Röntgenbilder, Sonographie, Sentinel, etc. Ich war ab sofort nur noch wie unter Fernsteuerung unterwegs. Ich nahm nichts mehr wahr, machte alles automatisch wie in Trance, so quasi träumend, wie wenn ich mich unter einer Käseglocke Befinden würde. Die ersten guten Nachrichten folgten, keine befallenen Lymphknoten, keine Metastasen. Wenigstens etwas, dachte ich. Ausser: während der Operation kam eine Mitteilung vom Labor, dass ausserhalb des Karzinoms 2 Herde von Insitu-Herden (Vorstufen zu Krebs) gefunden wurden. Ich wurde während der bestehenden Narkose wieder operiert, und es gab einen grosszügigen Nachschnitt. Eine Woche später in der Gynäkologischen Praxis kam die erste von ein paar Ohrfeigen: Im Nachschnitt wurde ein weiterer Insitu-Herd entdeckt. Nun wurde mir empfohlen, die ganze Brust entfernen zu lassen und einen gleichzeitigen Wiederaufbau vorzunehmen. Ich war völlig erschlagen. Aber gleichzeitig überlegte ich mir, warum nicht gleich alles weg, so als erster Impuls. Nach dem Besuch beim plastischen Chirurgen war ich mir nicht mehr sicher, es folgten ein paar Nächte mit wenig Schlaf. Was ist mit meiner linken Brust, fragte ich mich immer wieder. In irgendeiner Literatur las ich, dass das Risiko bei Krebs in der rechten Brust auch in der linken Brust erhöht sein soll. Ich legte meine Sorgen bei meiner Gynäkologin auf den Tisch. Ich wollte eigentlich einfach meinen Frieden finden. Ich erfuhr viel Verständnis, und sie schickte mich zu einer MRI-Untersuchung. Die nächste Ohrfeige folgte, es wurde ein Knoten (war nicht tastbar) gesichtet. Um mit einer Biopsie einen Histologischen Befund zu kriegen, wurde mit 2 verschiedenen Ultraschallgeräten und von 2 verschiedenen Ärzten nach dem auf den Aufnahmen sichtbaren Knoten gesucht. Dies konnte nicht mit 100% Sicherheit vorgenommen werden. Der nächste Weg führte mich nach Lausanne zu einem Arzt, der Erfahrung hatte in der Durchführung von Biopsien unter MRI. 3 Tage später kam der nächste Knall, die Geschichte hat sich als bösartig erwiesen. Nun ist definitiv klar: Ablatio beidseits mit gleichzeitigem Wiederaufbau. Der pathologische Schlussbefund: Bilateraler G2-Tumor - links 2x multizentrisch/multifokal, insitu-Geschichten rechts, Her-2/neu neg., hormonpositiv. Keine befallenen Lymphknoten, zurzeit Metastasen frei. Nun versuche ich, mich mit meinen "neuen Brüsten" anzufreunden, mache mich mit den Nachbehandlungen vertraut und versuche weiterhin, durch psychische Hochs und Tiefs zu kommen. Ich fühle mich relativ zuversichtlich, die Tiefs sind im Moment etwas weniger geworden. Kurz gesagt: Ich lebe, versuche, zu geniessen und den Weg zu meinem eigenen Glück wiederzufinden. Ich habe eine gute ärztliche Betreuung und nehme nun den Kampf in die Runde der Nachbehandlungen auf.
Veronika
Zusammen zurück ins Leben / Ein Erfahrungsbericht zur Arbeitstagung von Leben wie zuvor Kevin Haab und Christoph Niemann
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