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Hier berichten an Brustkrebs erkrankte Frauen von ihren Erfahrungen: leidvollen, aber auch hoffnungsvollen. Die Erfahrungsberichte zeigen, dass wir alle unsere ureigene Art und Weise haben, mit unserer Krankheit umzugehen. Keine ist besser oder schlechter. Wir hoffen, dass auch Ihnen die folgenden Berichte Mut machen und Sie auf Ihrem eigenen Weg bestärken.

Falls Sie einen Erfahrungsbericht beifügen möchten, schicken Sie Ihren Beitrag bitte per E-Mail an gaillard@leben-wie-zuvor.ch.

Die Erfahrungsberichte werden auf Wunsch auch anonym veröffentlicht.

Vielen Dank!



Das Ganze war natürlich ein grosser Schock…
Vreni H.


Ich bin 63 Jahre alt und Anfang März fiel nach gewohnten und erweiterten Untersuchungen die Diagnose Brustkrebs. Mammografie sowie Mammografie mit Vergrösserung zeigten nur unklares Gewebe, die Tumore waren nicht sichtbar, da ich eine relativ grosse Brust habe. In der Echografie wurden die zwei ca. 9 mm grossen Tumore entdeckt und es folgten sofort Magnetresonnanzaufnahmen und 4 Biopsien. Die Resultate der Laboruntersuche ergaben die Diagnose Krebs, wobei die Tumore so schlecht platziert waren, dass die ganze rechte Brust wegoperiert werden musste. Und man vermutete noch mehrere kleine Tumore.
Das Ganze war natürlich ein grosser Schock. Ein grosser Trost war für mich, dass ich doch alle 2 Jahre zur Mammografie ging und alle Jahre eine Kontrolle beim Gynäkologen hatte. Folglich hatte ich selber nichts versäumt, und die Hoffnung, dass der Krebs im Anfangstadium war, war sehr gross.
Gedanken macht man sich natürlich, was den Krebs wohl auslösen konnte. Da kommen familiäre Schwächen in Frage. Meine Schwester hatte Brustkrebs nach ihrer Scheidung. Meine Mutter hatte Gebärmutterhalskrebs nach Ihrer Scheidung. Bei mir tauchte der Gedanke auf, ob wohl meine persönlichen familiären Probleme den Krebs ausgelöst hatten. Meine Probleme konnte ich aber vor mehr als einem Jahr Jahren lösen und verarbeiten, sodass sie mich eigentlich nicht mehr belasten. Aber trotzdem, der Hausarzt bemerkte, mein Krebs könnte noch eine Folge sein von diesen Problemen. Mehrere nahe stehende Personen dachten auch so. Ich habe aber selber diese Gedanken ausgelöscht, denn sonst kämen höchstens traurige Gefühle auf, und ich bin ja seit langem wieder mit mir und allen im Reinen. Dieses freie Gefühl
trägt nun sicher Positives zur Heilung bei.
Mein Mann und meine Kinder waren über die Diagnose Krebs sehr erschüttert. Dies wurde für mich eine zusätzliche Belastung, und ich erklärte Ihnen, dass Ihre Traurigkeit für mich schwer sei, mehr als mein eigentliches gesundheitliches Problem. Ich habe mit ihnen besprochen, dass wir das ganze positiv anpacken müssen um das Beste aus der Sache zu machen. In diesem Sinne war alles leichter zu ertragen.
Die Operation ist sehr gut verlaufen, die ganze rechte Brust sowie 22
Lymphknoten wurden entfernt. Zum Glück waren alle Lymphknoten gesund und somit blieb mir das Bestrahlen erspart. Mein Arzt hat wunderbar operiert und ich kann den Arm sehr gut bewegen, bis zum Punkt, wo sich ein Ziehen einstellt. Dies bessert sich aber mit jedem Tag und ich mache Übungen, um die Mobilität wieder bestmöglichst herzustellen. Schmerzen habe ich nicht
viel. Das Lymphsystem funktioniert und ich habe keine Stauungen.
Nach der Entlassung aus dem Spital habe ich mich schon einwenig einseitig
und deformiert gefühlt, denn ich hatte noch nichts für in den BH. Bevor
meine Enkelkinder zu Besuch kamen, habe ich schnell Schaumgummi in den
leeren BH gestopft und man sah von aussen nichts. Meine 6-jährige Enkelin
Manon hatte meine Krebskrankheit anfangs mit dem Tod assoziiert und
erzählte, dass ich bald sterben würde und dann ein Engelein im Himmel sei,
welches dann an Weihnachten die Geschenklein bringe. Diese Gedanken konnten wir aber bald wieder auf andere Bahnen leiten! Nun stand sie also vor mir und betrachtete meinen Pullover. "Wirklich, Grossmami, man sieht sehr gut, dass du fast keine Brust mehr hast." -- Ich sagte ihr, dass man das doch wirklich gar nicht sehen könnte und sie wollte wissen, warum nicht. Ich erzählte ihr, dass ich Schaumgummi in den Büstenhalter gestopft habe, damit es wieder aussehe wie früher. Sie fragte, ob sie schauen dürfe. Ich holte ein Stück Schaumgummi im Zimmer und zeigte es ihr. Sie fasste es an und ich habe ihr dann ein Stücklein unter das Röcklein gestopft. "Siehst Du, so hast Du auch eine Brust wie ich ..." Dann wollte sie meine Brust anfassen und hat ganz sanft über den Pullover gestrichen. Somit waren ihre Neugier und das Ungewisse etwas gestillt. Als ich mich etwas später auf dem Bett ausruhte, kam sie wieder zu mir und fragte: "Grossmami, wie fühlst Du Dich mit der Schaumgummibrust , kratzt sie nicht ?"--- Ich konnte sie beruhigen, dass ich mich sehr wohl fühle und die Schaumgummibrust nicht kratze, da ich sie in ein Stück feinen weichen Stoff gewickelt hätte, gerade so fein wie ihr Unterleibchen. Manon war sehr erleichtert und hat nun die Brustgeschichte
vorläufig verarbeiten können.
Nun habe ich eine Prothese gekauft und man sieht nichts mehr von meinem
"Handicap". Ich fühle mich eigentlich sehr wohl, ausser am Morgen und am
Abend, wenn ich vor dem Spiegel meine Narbe massiere und die "Brust"
liebevoll eincreme.. Ich muss mir dann immer wieder sagen, dass mein Körper nun so ist und nichts mehr nachwächst. Wenn mein Mann deswegen Probleme hat, sage ich ihm, dass ich doch immer noch mich selber bin, mit Kopf, Seele, Händen und Füssen. Der Verlust meine Brust bereitet mir immer weniger Mühe. Ich kann ja noch werken und laufen. Und schliesslich hat mir ja nie jemand gesagt: Vreni, du hast eine schöne Brust ( ausser vielleicht mein Mann zu jungen Jahren.....). Man hat immer gesagt: Du hast einen schönen Pullover, eine schöne Echarpe oder Foulard oder so. Und das ist ja
immer noch gleich!
Nun weiss ich auch, dass ich keine Chemotherapie machen muss und bin
glücklich deswegen.
Ich habe vorbeugend einige Lymphdrainagebehandlungen. Dies tut mir sehr gut und ich habe das Gefühl, dass die ganze Brustregion sich leichter und
weniger hart anfühlt. Den Vorschlag der Ärzte, während 5 Jahren Tamoxifen einzunehmen habe ich nach langem Überlegen angenommen und hoffe so, den bestmöglichen Weg zur Heilung zu gehen. Und nun hoffe ich, dass mein Körper und meine Seele das Medikament gut ertragen werden und eventuelle Nebenwirkungen ausbleiben. Und ich weiss, dass ich jederzeit mit meinem Arzt über eventuelle Probleme diskutieren kann, und er mir helfen wird, Lösungen zu suchen.

Vreni H.



Leben - besser als zuvor
Manu


Happy End
Annina


Die Fremde im Spiegel oder die Frau mit der Perücke
Miriam Glass


Meine Chemotricks
Renate


ANNEHMEN KÖNNEN
Therese


Alles wird wieder gut
Annina


Das Ganze war natürlich ein grosser Schock…
Vreni H.


Der Anfang einer kleinen Geschichte
Veronika


Etwas über die Mistel
Eva E.


NARBEN – GEDANKEN
von Madeleine Käslin


Rückblick auf bewegte und bewegende Monate
Elisabeth


leben wie zuvor
Ursula Kessler


CROSSROADS
Sabine


Morgens vor dem Spiegel
EVA


Selbst ist die Frau
Sylvia Brathuhn


Workshop für Engel
Papillon


Aus der Not eine Tugend machen
Nina Lupp


Der eigene Engel
Germaine Neukom


Ein ganz normaler Sommermorgen
Sonja Dreher


Offener Brief an meine Freundin
Papillon


Ich will
Lea


Der Port-a-Cath
Eva E.


Kinder des Krebses
Sandra Wöhe


Aus meinem Tagebuch
Claudine


Zurück ins Leben
Eveline E.


Brustkrebs? – das kriegen nur die anderen!
Beatrice Kern


"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte"
Erma Bombeck


Die Zahl 13
Lou


Eine schlimme Diagnose
La Donna sempre in giro (alias Solita)


Septemberblau der Himmel
Christa Strasser


Ein ganz normaler Sommermorgen
Sonja D.


Ferien im Champ-Nany (Bresse, Burgund, Frankreich)
Ruth, Sepp, Tobias, Flavia Kiser aus Giswil


Ein ganz normaler Montag
Papillon


Erwachen – aufwachen – wach sein...
Anna-Lena


Wir sind betroffen
Graziella


20 Jahre!!
Jsabella


Bekenntnis zur Selbstachtung
Virginia Satir, Familientherapeutin, USA


Für meine liebe Mutter
Daniela


Genug Zeit
Renate H.


RAT"SCHLÄGE"? – JA. BITTE!
Christa Cerni


Rezidiv
Beatrix


Total dankbar
Nella


Trotz allem ein wunderbares Erlebnis
Hanny G.


Tyrannei von innen
Christa


eine Brust – keine Brust ......
einen Busen – keinen Busen......
Margreth


Am Anfang steht die Entscheidung....
Anna Lena


Ein Brief an Euch alle
Anna Lena


Das weissgraue Pelzchen
Angelika


Eine Liebesgeschichte
Trudi


Föhn – Chemotherapie – Perücken
Elisabeth


Tenorsaxophon
AmaZone


Brustlos glücklich? Oder brustlos und doch glücklich?
Evelyn


Ein kleines Geheimrezept
Ruth
Evelyn Marti:
Matuschka mit Gipsbüste
:)