 |
 |
 |
Hier berichten an Brustkrebs erkrankte Frauen von ihren Erfahrungen: leidvollen, aber auch hoffnungsvollen.
Die Erfahrungsberichte zeigen, dass wir alle unsere ureigene Art und Weise haben, mit unserer Krankheit umzugehen. Keine ist besser oder schlechter.
Wir hoffen, dass auch Ihnen die folgenden Berichte Mut machen und Sie auf Ihrem eigenen Weg bestärken.
Falls Sie einen Erfahrungsbericht beifügen möchten, schicken Sie Ihren Beitrag bitte per E-Mail an gaillard@leben-wie-zuvor.ch.
Die Erfahrungsberichte werden auf Wunsch auch anonym veröffentlicht.
Vielen Dank!
Aus meinem Tagebuch Claudine
(PDF zum Ausdrucken; 14kB)
Seit dem 7.April verändert sich mein Leben. Schritt für Schritt, Gefühl wird zu Verdacht, Verdacht zu Gewissheit. Diagnose Brustkrebs. Viele Gedanken und offene Gespräche. Meine ganze Familie ist mir eine grosse Hilfe. Mein älterer Sohn kann mit seinem Wissen und seinen Verbindungen aktiv werden, Wege für meine Betreuung klar aufzeigen. Ich fühle mich gut. Ich fühle mich aufgehoben, eingepackt in Liebe, Geborgenheit und Verständnis. Mein Krebs lässt sich seit der Punktion am 14.4. vernehmen. Er ist da und ich weiss, dass er da ist. Ich werde mit ihm umgehen müssen, ihn bekämpfen, wenn noch eine Chance besteht, dass er sich bekämpfen lässt. Es wird sich zeigen, wer stärker ist von uns zwei. Mein grösstes Problem zur Zeit ist, dass ich die Menschen in meiner Umgebung informieren muss. Ich habe erfahren, dass das keine Sache ist, wenn Menschen so reagieren, wie ich es in meiner Familie erfahren durfte, gelassen... wenigstens äusserlich. Aber wie ist das mit Freunden, Berufskolleginnen und -kollegen, Nachbarn und Nachbarinnen, Bekannten? Welcher Zeitpunkt ist richtig? Was muss gesagt werden? Mein Krebs könnte mir ermöglichen, mich aus meinem Beruf zu verabschieden. Ich liebe meinen Beruf gar nicht mehr, er ist mir momentan lästig, zu eng, ein Gewicht am Fuss. Ich könnte und möchte ganz andere Dinge tun. Bilder in mich aufnehmen, das möchte ich. Das könnte ich tun, solange ich sehen kann, aufnehmen und speichern. Vielleicht werde ich auch malen, mich mit Farben und Licht beschäftigen, mit dem Sterben beschäftigen, mit dem Tod beschäftigen.
Ich bin daran nachzulesen, was es über meinen Krebs Wissenswertes oder besser Wissensnotwendiges gibt. Ich freue mich, mich mit andern Frauen auszutauschen.
Manchmal wirkt alles noch so irreal, dann kommt wie ein Hieb die Gewissheit zurück. Ich muss mich dem Krebs stellen, aktiv sein. Ich brauche Gespräche, ich brauche das Alleinsein, ich brauche Zeit, ich muss loslassen, ich brauche Kraft, ich darf Schwäche zeigen, ich brauche Hoffnung, ich will lachen, ich will weinen.
Ich möchte das, was mir am nächsten liegt, so gut wie möglich machen. Ich möchte an der Aufgabe, die mir das Leben stellt wachsen, möchte bewusst daran arbeiten. Das kostet mich viel Kraft. Für andere Aufgaben bleibt nichts übrig. Ich plane morgen, nach dem Arzttermin, die Fondation Beyeler zu besuchen, nach dem Spital den Einfluss von Farbe und Licht wirken zu lassen. Ich brauche nach jeder Anstrengung eine Belohnung. So will ich das für mich organisieren.
9. November Die Chemo ist abgeschlossen. Ich bin startklar für die Bestrahlungen. Erste Besprechung für die Strahlentherapie. Frau Dr. M. hat mich untersucht und mir die Nebenwirkungen der Bestrahlung erklärt:. Happig, happig! Die Gefahr eines Lymphödems ist da. Aber ich werde mich dagegen wehren, d.h. ich werde es verhindern. Die Lymphdrainage darf nur im Bereich der Bestrahlung nicht gemacht werden, den Arm darf man sehr wohl massieren und genau das werden wir machen. Die Turnübungen werde ich auch weiterführen. Ich werde arbeiten an mir und ich werde es schaffen. 5 Wochen Anstrengungen! Auch das wird zu machen sein.
21. November Der Montagstermin im Kanti BS zur Vorbereitung für die Bestrahlung war weit weniger schlimm, als ich befürchtet hatte. Ich konnte mich in und unter den medizinischen Apparaten ohne Schwierigkeiten ausklinken und Bilder abrufen. Ich tauchte ein in Mondrians Mühle in der Sonne und Rothkos Monochrome mit Rot und Schwarz. Leuchten und Dunkelheit. So ging die Zeit vorüber ohne allzu grosse Angst. Ich sehe nun aus, wie eine Wilde mit Kriegsbemalung in rot und blauschwarz, die Farben der Bilder. Ein Zufall? Für meine erste Bestrahlung, die erste von 25, muss ich mir noch Bilder vornehmen, z.B. Kandinski, aber nicht die geometrischen Bilder, eher die wilden Kompositionen. Oder Chagall mit den fliegenden Menschen, in Blautönen. Ich freue mich nicht, aber ich werde allein hingehen und es wird vorübergehen ohne Schwierigkeit, ich werde mich nicht um die Maschinen und ihr Surren kümmern, sondern um die Bilder.
22. November Erste Therapie hinter mir!! Es geht ganz gut, ich konnte meine Gedanken weglenken von den Apparaten. Das Liegen in einer fixen Stellung war das anstrengendste. Ich muss darauf achten, dass ich die rechte Schulter nicht verkrampfe. Wichtig!!!! Vierundzwanzig mal muss ich die Reise zur Strahlenkanone noch machen. Vierundzwanzig mal die langen Sekunden unter dem Ungeheuer aushalten. Vierundzwanzig mal den fliegenden Menschen nachträumen.
Am Nachmittag bin ich wieder nach Basel gereist, diesmal an die Engelgasse. Ich bin nicht allein mit meiner Kriegsbemalung und meinen ersten Strahlenerfahrungen. Habe heute einen lieben Anruf von U. erhalten. Es geht ihr gut: es war Fehlalarm! 25. November Gestern haben wir ein gemütliches Abendessen mit W`s Familie in Zürich genossen. Heute geht das Feiern weiter mit unseren Söhnen und Frauen. Ich bin munter und fit. Es geht mir auch mit Strahlentherapie gut! Habe für M. das Buch "Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin" bestellt. Ich zähle mich zu den Halbbösen.
13. Januar Liebes Tagebuch! Ich bin so froh, dich zu haben. Du bist mir eine Hilfe, ein Tröster. Das neue Jahr ist erst 13 Tage alt und hat doch schon einiges an Erlebnissen gebracht. S. hat angerufen, sie musste einen bösartigen Tumor entfernen lassen, I. hat geschrieben, sie habe eine Geschwulst entdeckt und warte jetzt bange auf den Befund. Ich hoffe das beste für sie. Die Realität ist so brutal und wir haben die Wahl nicht, ob wir uns ihr stellen wollen oder nicht. Wir können nicht auf "off" schalten.
14. Januar Das Loch, in das man offenbar nach den Strahlentherapie fällt, hat sich aufgetan! 1000 Ängste! O. und D. wollen bald heiraten. Ich freue mich. Ich will meine Kraft für Dinge einsetzen, die es mir wert sind. Es ist mir wert, den beiden bei der Ausrichtung ihres Festes zu helfen. Ich hoffe, ich komme mit meinen Gefühlen zurecht, die positiven Gedanken wollen nicht so recht, sie zieren sich.
Das zweite Leben Marceline Selm
Die sanfte Massage: Lymphdrainage Chantal Jauslin
Es liegt an uns! Bea(trice)
LOOK GOOD - FEEL BETTER Sabine
LOOK GOOD - FEEL BETTER Nicole Benz
Aus Zeit Annina
Das zweite Leben Claudine
Happy End Annina
Hoffen und Sehnen Annina
Ich doch nicht strizzi
Vor zwanzig Jahren Marijke
„sich ein Bild machen“ Annina
Ein neues Schnittmuster Annina D.
Leben - besser als zuvor Manu
Happy End Annina
Die Fremde im Spiegel oder die Frau mit der Perücke Miriam Glass
Meine Chemotricks Renate
ANNEHMEN KÖNNEN Therese
Alles wird wieder gut Annina
Das Ganze war natürlich ein grosser Schock… Vreni H.
Der Anfang einer kleinen Geschichte Veronika
Etwas über die Mistel Eva E.
NARBEN – GEDANKEN von Madeleine Käslin
Rückblick auf bewegte und bewegende Monate Elisabeth
leben wie zuvor Ursula Kessler
CROSSROADS Sabine
Morgens vor dem Spiegel EVA
Selbst ist die Frau Sylvia Brathuhn
Workshop für Engel Papillon
Aus der Not eine Tugend machen Nina Lupp
Der eigene Engel Germaine Neukom
Ein ganz normaler Sommermorgen Sonja Dreher
Offener Brief an meine Freundin Papillon
Ich will Lea
Der Port-a-Cath Eva E.
Kinder des Krebses Sandra Wöhe
Aus meinem Tagebuch Claudine
Zurück ins Leben Eveline E.
Brustkrebs? – das kriegen nur die anderen! Beatrice Kern
"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte" Erma Bombeck
Die Zahl 13 Lou
Eine schlimme Diagnose La Donna sempre in giro (alias Solita)
Septemberblau der Himmel Christa Strasser
Ein ganz normaler Sommermorgen Sonja D.
Ferien im Champ-Nany (Bresse, Burgund, Frankreich) Ruth, Sepp, Tobias, Flavia Kiser aus Giswil
Ein ganz normaler Montag Papillon
Erwachen – aufwachen – wach sein... Anna-Lena
Wir sind betroffen Graziella
20 Jahre!! Jsabella
Bekenntnis zur Selbstachtung Virginia Satir, Familientherapeutin, USA
Für meine liebe Mutter Daniela
Genug Zeit Renate H.
RAT"SCHLÄGE"? – JA. BITTE! Christa Cerni
Rezidiv Beatrix
Total dankbar Nella
Trotz allem ein wunderbares Erlebnis Hanny G.
Tyrannei von innen Christa
eine Brust – keine Brust ...... einen Busen – keinen Busen...... Margreth
Am Anfang steht die Entscheidung.... Anna Lena
Ein Brief an Euch alle Anna Lena
Das weissgraue Pelzchen Angelika
Eine Liebesgeschichte Trudi
Föhn – Chemotherapie – Perücken Elisabeth
Tenorsaxophon AmaZone
Brustlos glücklich? Oder brustlos und doch glücklich? Evelyn
Ein kleines Geheimrezept Ruth
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Evelyn Marti: Matuschka mit Gipsbüste |
 |
 |
 |
 |
 |
|