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Hier berichten an Brustkrebs erkrankte Frauen von ihren Erfahrungen: leidvollen, aber auch hoffnungsvollen.
Die Erfahrungsberichte zeigen, dass wir alle unsere ureigene Art und Weise haben, mit unserer Krankheit umzugehen. Keine ist besser oder schlechter.
Wir hoffen, dass auch Ihnen die folgenden Berichte Mut machen und Sie auf Ihrem eigenen Weg bestärken.
Falls Sie einen Erfahrungsbericht beifügen möchten, schicken Sie Ihren Beitrag bitte per E-Mail an gaillard@leben-wie-zuvor.ch.
Die Erfahrungsberichte werden auf Wunsch auch anonym veröffentlicht.
Vielen Dank!
Das weissgraue Pelzchen Angelika
Ich wusste ja schon vor Beginn der Chemo, dass mir alle Haare ausfallen würden. Ganz bewusst hatte ich "ja" zu dieser Behandlung gesagt. Als dann aber am 15. Tag nach der ersten Infusion die frisch gewaschenen Haare nicht mehr auf dem Kopf, sondern im Handtuch waren, da konnte ich dann doch nur noch leer schlucken. Meine Tapferkeit hatte sich klammheimlich verabschiedet, und dabei hätte ich sie in den folgenden Monaten so nötig gehabt, vor allem am Morgen, wenn mich aus dem Spiegel ein kahler, blankpolierter Schädel angrinste.
Im Spezialgeschäft hatte man mir eine sehr gut sitzende, vorteilhaft wirkende Perücke angepasst. Ich war am Tag X erleichtert, dass ich mich frühzeitig darum gekümmert hatte. Es war zwar noch mitten im Winter, und doch kreisten meine Gedanken schon ganz besorgt um die Sommerhitze. Wie würde ich den Sommer unter einer Perücke wohl durchstehen? Ich hatte mir ausgerechnet, dass meine Haare wohl erst im Juli wieder langsam spriessen würden.
Bereits im April klapperte ich alle einschlägigen Geschäfte ab, um geeignete Schirmmützen aus reiner Baumwolle zu finden. Teilweise fanden sich ganz kesse Mützen, die aber für meinen Bedarf zu wenig von meinem Nacken bedeckten. Warum hat mir die Natur ausgerechnet ein grosses Muttermal mitten in den Nacken gesetzt? Das sah so unästhetisch aus, dass ich zwar verzweifelt die eine oder andere Mütze kaufte, mir aber schon Gedanken über die notwendige Arbeit mit Stoff, Nadel und Faden machen musste.
Und dann hatte der Himmel doch ein Einsehen mit mir: Ende April wurde der Behandlungsplan geändert. Als der Onkologe mir versicherte, dass mit der neuen Chemo auch meine Haare wieder wachsen würden, da konnte ich nur erlöst hauchen: "Halleluja!"
Und sie kamen tatsächlich. Zuerst sprossen die Augenbrauen wieder, und plötzlich entdeckten meine tastenden Finger kurze Stöppelchen auf meinem Kopf. Es war ein wunderbares Erlebnis. Nach der "füdliblutten" Ära war es schon herzerhebend, millimeterweise wieder in die "Normalität" zurückkehren zu dürfen.
Als meine Chemo nach fünf schweren Monaten abgeschlossen war, da hatte sich mein vormals kahles Haupt bereits mit einem feinen Pelzchen überzogen. Neugierig betrachtete ich jeden Tag, was die Natur da entwickelte. Zuerst sah es nach sehr viel Weiss aus, dann entdeckte ich immer mehr Grau und am Hinterkopf sogar noch etwas von meinem ursprünglichen Kastanienbraun. Unter meiner Perücke war eine ganz neue Frau herangewachsen, eine gereifte Frau, die jetzt endlich den Mut hat, zu ihren ergrauten Haaren zu stehen.
Nach Abschluss der Chemo durfte ich mich im Haus von Verwandten am Bodensee von den Strapazen erholen. Ich wurde liebevoll aufgepäppelt und verwöhnt. In meiner dritten Ferienwoche gab es Zuwachs: zwei Grosskinder durften nach dem Ferienlager noch zu Oma und Opa in die Ferien. Mir war klar, dass meine bis anhin strikt respektierte Privatsphäre von zwei lebhaften Mädchen im Alter von acht und zehn Jahren empfindlich gestört würde. Nach ernsthaften Beratungen mit der Oma kamen wir überein, den Mädchen zwar nichts von meiner Krankheit, aber doch von meinem Haarausfall zu erzählen. Das war sehr weise, denn mein Zimmer wurde sehr schnell zur Erste-Hilfe-Station bei Mücken- und Schnakenstichen, winzigen Schürfwunden und auch Kleinmädchen-Tränen.
Was die beiden Mädchen jedoch am meisten faszinierte, das waren meine neuen Haare. Wenn sie in meinem Zimmer waren, baten sie mich immer wieder, meine jeweilige Kopfbedeckung doch abzulegen, damit sie mit ihren Fingerchen über mein Pelzchen fahren konnten. Und sie waren jedesmal meiner Meinung, dass ich mit soo kurzen Haaren wirklich noch nicht herumlaufen dürfe. Jeden Tag wurde meine jeweilige Kopfbedeckung begutachtet und kommentiert, und jeden Tag wurde ich mutiger. Mein Nacken war mittlerweile von kurzen, dichten Härchen bedeckt, die Schläfen ebenfalls, und daher fühlte ich mich absolut salonfähig, ging - salopp bemützt - mit den jungen Damen Kaffee trinken (ich) und Glacé essen (sie!), sass mit vielen Touristen auf dem Schiff ...und dankte Gott, dass er mir diese beiden unkomplizierten Mädchen gesandt hatte, die Balsam für mein angeschlagenes Selbstwertgefühl waren.
Eine Woche nach meiner Rückkehr vom Bodensee trat das ein, was ich am meisten befürchtet hatte: die hochsommerliche Hitze am Rheinknie, der ich als Ostschweizer "Aquariumpflanze" einfach hilflos ausgeliefert bin. Sowohl die Perücke als auch meine frechen Schirmmützen waren für meinen dampfenden Kopf eine Zumutung. Mein Onkologe hatte mir versichert, dass ich mit der mittlerweile regelmässig dichten, aber noch sehr kurzen Haarpracht ohne weiteres unter die Leute gehen dürfe. Ich musste dann aber meinen ganzen Mut zusammennehmen, um meinen hochsommerlich kurzen "Bürstenschnitt" auszuführen, weil ich der Meinung bin, dass soo kurze Haare nicht zu meinem Gesicht passen. Aber ich trug mein ergrautes Haupt (und trage es immer noch!) stolz hoch, weil ich mich als Siegerin fühle.
Das zweite Leben Marceline Selm
Die sanfte Massage: Lymphdrainage Chantal Jauslin
Es liegt an uns! Bea(trice)
LOOK GOOD - FEEL BETTER Sabine
LOOK GOOD - FEEL BETTER Nicole Benz
Aus Zeit Annina
Das zweite Leben Claudine
Happy End Annina
Hoffen und Sehnen Annina
Ich doch nicht strizzi
Vor zwanzig Jahren Marijke
„sich ein Bild machen“ Annina
Ein neues Schnittmuster Annina D.
Leben - besser als zuvor Manu
Happy End Annina
Die Fremde im Spiegel oder die Frau mit der Perücke Miriam Glass
Meine Chemotricks Renate
ANNEHMEN KÖNNEN Therese
Alles wird wieder gut Annina
Das Ganze war natürlich ein grosser Schock… Vreni H.
Der Anfang einer kleinen Geschichte Veronika
Etwas über die Mistel Eva E.
NARBEN – GEDANKEN von Madeleine Käslin
Rückblick auf bewegte und bewegende Monate Elisabeth
leben wie zuvor Ursula Kessler
CROSSROADS Sabine
Morgens vor dem Spiegel EVA
Selbst ist die Frau Sylvia Brathuhn
Workshop für Engel Papillon
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Der eigene Engel Germaine Neukom
Ein ganz normaler Sommermorgen Sonja Dreher
Offener Brief an meine Freundin Papillon
Ich will Lea
Der Port-a-Cath Eva E.
Kinder des Krebses Sandra Wöhe
Aus meinem Tagebuch Claudine
Zurück ins Leben Eveline E.
Brustkrebs? – das kriegen nur die anderen! Beatrice Kern
"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte" Erma Bombeck
Die Zahl 13 Lou
Eine schlimme Diagnose La Donna sempre in giro (alias Solita)
Septemberblau der Himmel Christa Strasser
Ein ganz normaler Sommermorgen Sonja D.
Ferien im Champ-Nany (Bresse, Burgund, Frankreich) Ruth, Sepp, Tobias, Flavia Kiser aus Giswil
Ein ganz normaler Montag Papillon
Erwachen – aufwachen – wach sein... Anna-Lena
Wir sind betroffen Graziella
20 Jahre!! Jsabella
Bekenntnis zur Selbstachtung Virginia Satir, Familientherapeutin, USA
Für meine liebe Mutter Daniela
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RAT"SCHLÄGE"? – JA. BITTE! Christa Cerni
Rezidiv Beatrix
Total dankbar Nella
Trotz allem ein wunderbares Erlebnis Hanny G.
Tyrannei von innen Christa
eine Brust – keine Brust ...... einen Busen – keinen Busen...... Margreth
Am Anfang steht die Entscheidung.... Anna Lena
Ein Brief an Euch alle Anna Lena
Das weissgraue Pelzchen Angelika
Eine Liebesgeschichte Trudi
Föhn – Chemotherapie – Perücken Elisabeth
Tenorsaxophon AmaZone
Brustlos glücklich? Oder brustlos und doch glücklich? Evelyn
Ein kleines Geheimrezept Ruth
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Evelyn Marti: Matuschka mit Gipsbüste |
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